Nach der neuen Planänderung
Prinzbrücke: Sorgen, Jubel, Vorwürfe

MÜnster-Hiltrup -

Aus Angst vor Klagen vollzieht das Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine eine 180-Grad-Wende in Sachen Prinzbrücke. Die Reaktionen darauf gehen weit auseinander.

Freitag, 26.10.2018, 06:20 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 26.10.2018, 06:13 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 26.10.2018, 06:20 Uhr
„Die alte Brücke war nie ein Unfallschwerpunkt“, betonen die Grünen. Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt plädiert nach der Entscheidung für die „Brücke für alle“ allerdings für eine einspurige oder breitere Brücke.
„Die alte Brücke war nie ein Unfallschwerpunkt“, betonen die Grünen. Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt plädiert nach der Entscheidung für die „Brücke für alle“ allerdings für eine einspurige oder breitere Brücke. Foto: mlü

Zur Erinnerung: Die Planungen für eine schmale Ersatzbrücke nur für Radfahrer und Fußgänger sind seit dieser Woche Geschichte. Das zusätzliche Auffahrtsohr für Lastwagen und Autos entfällt. Das Wäldchen an der Osttorbrücke bleibt verschont. Jetzt wird ein neue Prinzbrücke mit gleichen Abmessungen bevorzugt.

Der Hiltruper Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (CDU) hat sich zwar lange dafür eingesetzt, den Kraftverkehr von der Brücke fernzuhalten, will nun aber nach vorne schauen: „So schlimm ist das gar nicht. Wenn wir es gemeinsam hinbekommen, gleichzeitig das Wäldchen zu schützen und den Verkehr an dieser Stelle sicher zu gestalten, dann haben alle gewonnen und einen guten Kompromiss gefunden.“

Er rechnet damit, dass mit einem neuen Wohngebiet in Hiltrup-Ost mehr Jugendliche, mehr Radfahrer und mehr Menschen aus Hiltrup-Ost die Prinzbrücke nutzen werden. „Bei den jetzigen Abmessungen der Prinzbrücke sehe ich da eine Gefahr.“ Vorstellen könnte er sich deswegen eine einspurige Verkehrsführung und eine Ampel. Mit Blick auf eine mögliche Wohnbebauung auf dem Rockwool-Gelände würde er allerdings ein Geländer oder eine wesentlichbreitere Brücke als bisher bevorzugen. Schmidt zeigt sich jedoch trotz aller Herausforderungen optimistisch, dass eine brauchbare Lösung gefunden wird. „Das Wasser- und Schifffahrtsamt hat ein großes Interesse daran, dass es jetzt schnell geht, denn die alte Prinzbrücke wird nicht jünger und jede Reparatur kostet.“

Wesentlich härter geht Hermann Geusendam-Wode im Namen der SPD in der Bezirksvertretung mit den neuen Plänen ins Gericht. „Diese Rückzug zeigt eine erschreckende Inkompetenz einer Bundesbehörde, die selbst an einem Mini-Planungsvorhaben scheitert.“ Was jetzt als Rückfalloption verkauft würde, sei nicht das, was die Mehrheit der Menschen wolle.

„Außerdem ist es eine bewusste Lüge, wenn die Kanalverwaltung erklärt, wir bekämen einen identischen Ersatz.“ Die neue Brücke mit gleichen Abmessungen weise einen gefährlichen Unterschied auf: „Sie hat Hochborde rechts und links. Als Radfahrer wird man sich fühlen wie in einem Trichter.“ Ausweichen sei unmöglich, wenn einem ein schwerer Lastwagen entgegen komme.

Geusendam-Wode sieht nur zwei Möglichkeiten: „Entweder die Brücke wird deutlich breiter, oder es gibt eine zusätzliche Brücke für Radfahrer und Fußgänger mit direktem Anschluss an die Unterführung.“

Die Grünen feiern den Erhalt des Wäldchens: „Das ist ein guter Tag für Hiltrup“, so BV-Sprecher Carsten Peters. Durchgesetzt hätten sich die besseren Argumente und die Bürgerinnen und Bürger, die mit 120 Einwendungen gegen das Auffahrtsohr getrommelt hätten.

„Die ‚Brücke für alle‘ ist verkehrssicher“, argumentiert Grünen-Ortsvereinssprecher Mirko Hajek: „Die alte Brücke war nie ein Unfallschwerpunkt. Zudem gibt es seit einigen Jahren die Radweg-Alternative über die Hochbrücke. In Zeiten des Klimawandels wäre es daher unverantwortlich gewesen, einen innerstädtischen Wald ohne Not zu abzuholzen.“

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