Gedenken an Zwangsarbeiterschicksale
Erinnerungsmal erneut beschädigt

Münster-Hiltrup -

Unbekannte haben die Gedenktafel neben dem Gedenkstein für die Zwangsarbeiter des Waldlagers in Hiltrup (Föhrenweg/Nähe Kanal- und Prinzbrücke) massiv beschädigt.

Freitag, 02.11.2018, 15:36 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 31.10.2018, 20:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 02.11.2018, 15:36 Uhr
Am Föhrenweg in Hiltrup erinnern eine Gedenktafel und ein Gedenkstein an das Schicksal ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter.
Am Föhrenweg in Hiltrup erinnern eine Gedenktafel und ein Gedenkstein an das Schicksal ehemaliger Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter. Foto: Mitteilung

Unbekannte haben die Gedenktafel neben dem Gedenkstein für die Zwangsarbeiter des Waldlagers in Hiltrup (Föhrenweg/Nähe Kanal- und Prinzbrücke) massiv beschädigt. Dieses Mal wurde die Gedenktafel samt Verankerung aus der Erde gerissen und umgeworfen.

Bereits 2017 wurde der sich links daneben befindliche Gedenkstein mit erheblicher Gewalt aus dem Fundament gerissen und umgestürzt. „Wir sind verärgert und wütend über die Beschädigung der Gedenktafel und somit des ganzen Ensembles. Es muss mit hoher Gewalteinwirkung vorgegangen worden sein, um die fest verankerte Tafel aus der Erde zu reißen. Dies ist eine wiederholte Schändung des Denkmals und ein erneuter Angriff auf das Gedenken an die Opfer des NS-Gewaltregimes“, so Detlef Lorber, Sprecher der VVN-BdA, und GAL-Ratsherr Carsten Peters, die sich vor Ort gemeinsam mit anderen Personen und Organisationen um den Gedenkstein kümmern.

Das Gedenkensemble, zu dem der Gedenkstein und mehrere Tafeln gehören, wurde 2010 in Kooperation von VVN-BdA, dem ökumenischen Kreis für Frieden und Gerechtigkeit, der evangelischen und katholischen Kirche und der örtlichen Politik in Hiltrup aufgestellt; auch die Bezirksvertretung Hiltrup bewilligte damals einstimmig einen Zuschuss für die Errichtung. Die Stadt Münster unterstützte die Aufstellung und das Gedenken an die Opfer des NS-Regimes.

Die VVN-BdA hatte sich zu Pflege des Gedenkensembles im Waldpark verpflichtet und auf eigene Kosten im vergangenen Jahr den beschädigten Gedenkstein wieder hergestellt und aufgerichtet. Jetzt muss die genannte Gedenktafel aufgestellt und sicher befestigt werden. Deshalb rufen der VVN-BdA zu einer Spende für das Hiltruper Gedenkensemble auf: Für die Reparatur und den Erhalt der Gedenkstätte ist ein Finanzierungsaufwand von 400 Euro nötig. Spenden sind möglich auf das Konto der VVN-BdA Münster mit Stichwort „Gedenktafel Hiltrup“, IBAN DE16 4016 0050 2012 5791 00 bei der Volksbank Münster.

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