Blindenführhunde
Eine unschätzbare Hilfe im Alltag

Münster-Hiltrup -

In die Hauptschule Hiltrup kamen am Dienstag zwei Gäste mit ihren Hunden. Es sind besonders ausgebildete Blindenführhunde, die ihre Besitzer sicher durch den Straßenverkehr führen können.

Mittwoch, 14.11.2018, 17:34 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 13.11.2018, 20:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 14.11.2018, 17:34 Uhr
Die Arbeit eines Blindenführhundes stellten Cornelia Drauschke und Karl Pudlich den Fünftklässlern der Hauptschule vor. Lehrerin Claudia Reuter hatte Cornelia Drauschke während einer Busfahrt kennengelernt.
Die Arbeit eines Blindenführhundes stellten Cornelia Drauschke und Karl Pudlich den Fünftklässlern der Hauptschule vor. Lehrerin Claudia Reuter hatte Cornelia Drauschke während einer Busfahrt kennengelernt. Foto: hk

Sie hören auf Romeo und Xeno. Es sind Blindenführhunde, die eine besondere Ausbildung erfahren. „Unsere Hunde sind mit italienischen Begriffen ausgebildet“, klärte Cornelia Drauschke die Schüler der Klasse 5a auf. Wenn die Hunde „Casa statione“ hören, wissen sie, dass sie zum Bahnhof oder zu einer Bushaltestelle gehen müssen.

Das passiert natürlich nicht von alleine. Die Strecke muss von den Blindenhundführern geübt werden. Drauschke nimmt auch einen Navigator zu Hilfe, steckt einen Stöpsel ins Ohr und hört somit, wo es lang geht, falls der Hunde sich einmal irren sollte.

Die Hauptschüler hatten sich auf den Besuch der beiden Blinden Cornelia Drauschke und Karl Pudlich im Unterricht gut vorbereitet. Thema war „Der Hund, das älteste Nutztier des Menschen“, sagte Lehrerin Claudia Reuter. Und legte besonderen Wert auf die Bedeutung der Sinnesorgane Ohren und Nase, mit denen sich die Hunde Gerüche und Orte merken, die wir Menschen nur erahnen können.

Auch „Hundeberufe“ wurden besprochen. Ganz wichtig: Wenn die Blindenhunde im Dienst sind, tragen sie ein Arbeitsgeschirr mit der Aufschrift „Nicht streicheln, ich arbeite.“ Natürlich standen Alltagsfragen im Vordergrund. Wie schaffe ich den Haushalt. Wie koche ich? „Ich habe eine Putzfrau nur für die Fenster, denn die Schlieren kann ich nicht sehen. Beim Kochen hilft ein Messbecher, dessen Maßeinheiten erfühlt werden können“, antwortete Drauschke.

Im Bus fordern die Blinden den ersten Platz hinter dem Busfahrer oder der Glasscheibe an, denn den Hunden dürfe nichts passieren. Ihre Ausbildung ist einfach zu teuer. Der achtjährige Xeno, ein gelehriger Pudel, ist mit einem Gewicht von 8,5 Kilogramm der kleinste Blindenhund in Deutschland. Mit vier Jahren erhielt er eine Ausbildung. Pudlich’s Retcoll, eine Mischung aus Border Collie und Labrador, geht seit sieben Jahren an Herrchens Seite. Mit seinen 32 Kilo ist er „weniger handlich“ als Xeno und braucht dementsprechend viel Platz im Bus.

In einem Linienbus auf dem Rückweg vom Emshof hatten die Hauptschüler Cornelia Drauschke kennengelernt, und sie sagte spontan zu, die Hunde im Unterricht vorzustellen. Am Ende der Unterrichtseinheit durften die Schüler die Hunde streicheln. Das Arbeitsgeschirr wurde zuvor abgelegt.

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