Auftaktveranstaltung in Hiltrup
Münster will „Hauptstadt des fairen Handels“ werden

Münster-Hiltrup -

Seit 2011 darf Münster sich „Fairtrade-Stadt“ nennen. „Das reicht nicht, wir wollen mehr.“ 2021 will Münster Hauptstadt des fairen Handels werden.

Dienstag, 08.01.2019, 20:45 Uhr aktualisiert: 09.01.2019, 09:05 Uhr
Im Hiltruper Kulturbahnhof fand am Dienstagabend die Auftaktveranstaltung zur Bewerbung um den Titel „Hauptstadt des fairen Handels“ statt. Der junge Schauspieler Emmanuel Edoror veranschaulichte, was Hunger mit Menschen macht.
Im Hiltruper Kulturbahnhof fand am Dienstagabend die Auftaktveranstaltung zur Bewerbung um den Titel „Hauptstadt des fairen Handels“ statt. Der junge Schauspieler Emmanuel Edoror veranschaulichte, was Hunger mit Menschen macht. Foto: Oliver Werner

„Fairer Handel tut nicht weh und ist ganz einfach.“ Buchhändlerin Angelika Schmuck praktiziert es seit vielen Jahren bei Autorenlesungen und Buchausstellungen. Der Rotwein oder auch die Schokolade stammen aus fairem Handel. Dafür sorgt regelmäßig der Weltladen Solidario aus der Nachbarschaft an der Marktallee.

Für die Schulen soll fairer Handel ein noch größeres Thema werden, erklärt Gerd Krützmann, Leiter der Ludgerus-Grundschule. Im Unterricht spreche man darüber. Doch bei der Zubereitung des Mittagessens, das in der Übermittagsbetreuung gereicht werde, sei das Thema noch nicht ganz angekommen. „Da brauchen wir Hilfe und Beratung.“

Nicht nur Hiltrup, sondern ganz Münster will es wissen. Seit 2011 darf die Stadt bereits den Titel „Fairtrade-Stadt“ tragen. „Faire Stadt Münster – das ist ganz schnell gelungen“, erklärt Michael Radau, der Vorsitzende der Fairtrade-Steuerungsgruppe. „Aber das reicht nicht, wir wollen mehr.“ 2021 will Münster Hauptstadt des fairen Handels werden. Die Auftaktveranstaltung dazu fand am Dienstagabend im voll besetzten Kulturbahnhof Hiltrup statt.

Es gelte, fairen Handel in den Alltag zu integrieren, erklärt Radau. Fairer Handel sei mehr als der Einkauf fair gehandelten Kaffees. „Es geht um mehr als eine Kaufentscheidung. Es geht um Verhaltensweisen und Bewusstsein.“

Mit einem Missverständnis räumt er dabei auf: Sich für fairen Handel einzusetzen, sei „kein Zeichen von Gutmenschentum“. Es sei auch Selbstzweck dabei. Würde er selbst in einem Land leben, in dem er von Verelendung bedroht sei, würde er alles dafür tun, um aus dieser Situation herauszukommen, bekennt der Geschäftsmann. Die Flucht nach Europa eingeschlossen.

Was Verelendung und täglicher Hunger bedeuten, zeigt auf der Bühne eindrucksvoll der junge Schauspieler Emmanuel Edoror. Für den musikalischen Part sorgt Alwin Jasic. Am Schluss werden eifrig Ideen gesammelt im World-Café. Mit dem Schwung der Auftaktveranstaltung, so erklären die Moderatoren Anne Nibbenhagen und Georg Knipping, wolle man die nächsten zwei Jahre angehen.

Münster, die lebenswer­teste Stadt, will Hauptstadt des fairen Handels werden.

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