Museum Hltrup
Rembrandt‘sche Lichtführung

Münster-Hiltrup -

Wie sähe Münster aus, wenn es die Bauten des Barock-Architekten Johann Conrad Schlaun nicht gäbe? Unvorstellbar, findet der Maler Erwin Löhr - und hat Bauten des Architekten gewürdigt - im Großformat

Dienstag, 22.01.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 23.01.2019, 17:40 Uhr
Erwin Löhr präsentiert anlässlich der Vernissage am Sonntag im Hiltruper Museum zehn großformatige Arbeiten zum Wirken des Architekten Johann Conrad Schlaun. Die Ausstellung wird bis zum 24. Februar gezeigt.
Erwin Löhr präsentiert anlässlich der Vernissage am Sonntag im Hiltruper Museum zehn großformatige Arbeiten zum Wirken des Architekten Johann Conrad Schlaun. Die Ausstellung wird bis zum 24. Februar gezeigt. Foto: iag

Will man sich heute Münster und seine Umgebung ohne die Bauten des Barock-Architekten Johann Conrad Schlaun vorstellen, so würde man sich auf Anhieb in eine viel tristere und schmucklose Stadt versetzen müssen.

Das „Leichte“ und „Liebenswerte“ an den Bauten, die das heutige Stadtbild prägen, zeigte Erwin Löhr in seiner neuen Ausstellung im Hiltruper Museum. Zu der Vernissage am Sonntagmorgen füllte sich das kleine Museum schon fast an seine obersten Kapazitätsgrenzen.

Zehn Großformate mit Ausschnitten der Barockbauten füllten die Wände. Drei davon – ein Themen-Triptychon zeigte Erwin Löhr bereits 2014 anlässlich einer Ausstellung im Krameramtshaus.

Die Folgearbeiten entstanden nach und nach. Wer jetzt nur an Abbildungen des Verspielten und Üppigen des Barockstils denkt, liegt falsch, denn Erwin Loer geht es um mehr – das „Darüber hinaus“, das „Damals Ungeheure“ und „Provokante“ inmitten des klerikal geprägten Bürgertums, aber auch inmitten einer typisierten deutschen Architekturstilistik will er herausarbeiten.

Anhand von Originalfotos bleibt Löhr in einigen seiner Werke sehr detailverliebt, stellt dabei aber nur einen Gebäudeausschnitt in den Mittelpunkt. So gewinnt in einer der Schlossdarstellungen ein Ausschnitt des Mittelrisalits mit der geschwungenen Balkonbrüstung dank einer  beinahe Rembrandt’schen Lichtführung und einer einhergehenden Perspektivverjüngung eine Geltung, die man als Passant auf der Promenade wohl kaum in dieser Form wahrnehmen würde.

„Schlaun zeigt uns mit seinem Architekturstil eine wohltuende Formulierung sowie eine liebenswürdige Gestaltung“, erläuterte Erwin Löhr. Die farbliche Mischung aus Baumberger Sandstein und dem roten Backstein, das Spiel mit den konkaven und konvexen Formen, die oft auch der verfügbaren Bebauungsfläche und dem Geltungsbedürfnis der adeligen Auftraggeber geschuldet waren sowie die sinnliche Interpretation der ikonographisch geltenden Bildersprache im Fassadenschmuck greift  Löhr in seinen Werken auf. Das Schloss in kubistischen Formen, in einer Woge aus „Dalí’s Sicht“ oder gar als Collage aus zwei Bauten frei von „malerischer Logik“ vermittelt so neue Perspektiven auf eine Stadt, die ohne ihren westfälischen Barock eine andere wäre.

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