Übermittagbetreuung der Jugendhilfe Direkt
Einsatz für jeden Schüler

Münster-Hiltrup -

Für Schüler der Hauptschule bietet der Verein Jugendhilfe direkt einen Mittagstisch im evangelischen Jugendzentrum an. Es kommen junge Menschen, die vor einigen Jahren als Flüchtlinge nach Hiltrup gekommen sind.

Mittwoch, 27.02.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 17:44 Uhr
Das Erfolgsmodell der Jugendhilfe Direkt lautet: Gelebte Integration. Sie wird in Kooperation mit dem evangelischen Jugendzentrum geleistet. Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt besuchte dort die Übermittagsbetreuung.
Das Erfolgsmodell der Jugendhilfe Direkt lautet: Gelebte Integration. Sie wird in Kooperation mit dem evangelischen Jugendzentrum geleistet. Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt besuchte dort die Übermittagsbetreuung. Foto: hk

Pünktlich nach Schulschluss finden sich einige Hauptschüler am Mittagstisch des evangelischen Jugendzentrums ein. Es sind junge Menschen, die ehemals als Flüchtlinge nach Hiltrup gekommen sind.

Die Mahlzeit kommt von der Stadtküche. Schweinefleisch steht verständlicherweise nicht auf dem Speiseplan, dafür viel Salat und Gemüse. Die gesunden Zutaten kennen sie aus ihrer Heimat, die einst Irak, Afghanistan oder Syrien war. Neben Muslimen nehmen auch Jesiden an den Mahlzeiten teil.

Dass die Mädchen und Jungen an einem Tisch sitzen und sich auf deutsch untereinander verständigen, ist nicht selbstverständlich. Das sah vor drei Jahren ganz anders aus, als es galt, die Kinder aus unterschiedlichen Kulturen an einen Tisch zu bringen.

„So ruhig wie jetzt, ist es immer“, sagte Karola Materna beim Gespräch mit Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt. Sie leitet kommissarisch das Jugendzentrum an der Hülsebrockstraße in Vertretung von Wolfgang Strunk, der zusammen mit dem Verein Jugendhilfe Direkt das Projekt Übermittagsbetreuung gestartet hatte.

Es sind nicht nur die gemeinsamen Mahlzeiten, die die Jugendlichen zusammenführen. Nach dem Essen setzen sich die Hauptschüler an Einzeltische, um ihre Hausaufgaben zu machen. Hier erhalten sie Hilfe. Die Sozialarbeitsstudentin Rumeysa Yucel absolviert gerade ein Praktikum. Die Erzieherin und Honorarkraft von Jugendhilfe Direkt, Kristina Peters, hilft ebenso.

Verschiedene Projekte halfen den Jugendlichen ebenfalls, sich zu integrieren. So startete das Projekt „Kompetenzen stärken“ für Mädchen, „Kultur und Essen“ in Kooperation mit der Anne-Frank-Schule oder das VSE-Projekt „Respekt gegenüber Frauen“. Letzteres kam so gut an, dass eine Fortsetzung gewünscht wurde. Sozialpädagogin Cornelia Walter zeigte den Jugendlichen verschiedene Perspektiven auf.

Derzeit nehmen 13 Jugendliche bis zum achten Schuljahr die Übermittagsbetreuung in Anspruch. Sie bleiben bis zur zehnten Klasse und können auch nach der Schulzeit in Kontakt mit Cornelia Walter bleiben, um offene Fragen nach der Berufswahl zu klären. Ein Problem allerdings lastet schwer. Bis zu den Sommerferien ist die Finanzierung gesichert, auf weitere Spenden hoffen die Verantwortlichen von Jugendhilfe Direkt.

„Es lohnt sich, sich für jeden Schüler einzusetzen“, blickt der Vorsitzende Hans-Werner Kleindiek auf mittlerweile 35 Jahre Vereinsarbeit zurück. „Hier finden wir gelebte Integration.“

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