Geplanter Nachbarschaftsgarten
Bauchschmerzen überwiegen

Münster-Hiltrup -

Auf den 600 Quadratmetern des öffentlichen Grundstückes an der Rückertstraße soll künftig Gemüse angebaut werden. Die Nachbarn verspüren bereits jetzt Bauchschmerzen.

Freitag, 15.03.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 17.03.2019, 17:25 Uhr
Interesse und handfeste Skepsis gab es unter den Teilnehmern der Info-Veranstaltung mit Wolfram Goldbeck (r.). Vorgestellt wurde die Idee eines Nachbarschaftsgartens für den Bereich des Fußweges zur Ludgerusschule. Bis vor wenigen Jahren befand sich dort ein Spielplatz.
Interesse und handfeste Skepsis gab es unter den Teilnehmern der Info-Veranstaltung mit Wolfram Goldbeck (r.). Vorgestellt wurde die Idee eines Nachbarschaftsgartens für den Bereich des Fußweges zur Ludgerusschule. Bis vor wenigen Jahren befand sich dort ein Spielplatz. Foto: anh

Falls auf den 600 Quadratmetern des öffentlichen Grundstückes an der Rückertstraße ein Garten entstehen sollte, dann wird er wohl nicht „Nachbarschaftsgarten“ heißen. Dafür ist bei den Nachbarn die Ablehnung oder Skepsis zu groß.

Das zeigte sich am Mittwochabend bei einem Informationsgespräch, zu dem das Grünflächenamt eingeladen hatte. „Nachbarschaftsgärten“ oder „Bürgergärten“ gibt es auch in Münster eine ganze Reihe. Drei wurden von Maria Terpelle  und Daniel Rütten vorgestellt. Der Campusgarten „Grüne Beete“ auf dem Leonardo Campus gehört dazu.

„Haben Sie dabei Bauchschmerzen?“, fragte Wolfram Goldbeck vom Grünflächenamt in die Runde der 25 Teilnehmer. Es meldete sich zuerst ein halbes Dutzend Nachbarn, direkte Anwohner. Sie haben schon lange „Bauchschmerzen“ und fürchten eine Verschlechterung.

Da seien uneinsichtige Hundebesitzer, die keine Verantwortung übernehmen  für den Kot ihrer Vierbeiner – das sei auch ein Problem für einen etwaigen Garten. Da müsste man Beete gegen die Hunde Umzäunen oder abgrenzen. Das sah auch Goldbeck so, das Problem gebe es allerdings überall in Münster.

Ein weiteres Problem ist eine Sitzbank, die   auch abends zum Alkoholkonsum oder Telefonieren genutzt werde. Da höre man in den Häusern jedes Wort. Ein öffentlicher Garten würde die Nutzung des Grundstückes weiter steigern, so die Befürchtung. Es gehe „um die Zweckentfremdung“ eines solchen Gartens, so ein Anwohner: „Das kann nicht gutgehen.“

Einigen Lärm verursacht auch die widerrechtliche Nutzung des Bolzplatzes in den Abendstunden oder sonntags. Außerdem werde es wohl zu Vandalismus kommen. Die Fuß- und Rad-Verbindung zur Straße „An der Alten Kirche“ sei Durchgang für viele Menschen.

Ein Anwohner teilte die Unzufriedenheit mit dem Ist-Zustand, meinte aber „es muss sich etwas ändern“.

Andere Teilnehmer der Informationsveranstaltung begrüßten die Initiative. Nicht jeder habe einen Garten, daher sollten Gartenbesitzer nicht eine solche Nutzung öffentlicher Flächen verhindern, plädierte einer. An dem Gartenprojekt interessiert gezeigt hat sich die Ludgerusschule, die benachbarte Kita nicht.

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