BV fordert Nachbesserungen beim zukünftigen Baugebiet
Planung „Zur Vogelstange“ rasselt durch

Münster-Hiltrup -

Legt man die alte und neue Planung zum Baugebiet „Zur Vogelstange“ nebeneinander, ist schon ein sehr genauer Blick notwendig, um überhaupt Unterschiede zu entdecken. Deswegen kam es in der Sitzung der Bezirksvertretung Hiltrup am Donnerstagabend zum Eklat.

Freitag, 22.03.2019, 18:08 Uhr aktualisiert: 22.03.2019, 18:20 Uhr
Mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Sitzung der Bezirksvertretung, in der Mehrzahl Anwohner der Straße „Zur Vogelstange“. Die Bezirksvertreter stärkten ihnen den Rücken und wollen sich für Änderungen am geplanten Baugebiet einsetzen.
Mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Sitzung der Bezirksvertretung, in der Mehrzahl Anwohner der Straße „Zur Vogelstange“. Die Bezirksvertreter stärkten ihnen den Rücken und wollen sich für Änderungen am geplanten Baugebiet einsetzen. Foto: mlü

In den vergangenen zwei Jahren hatten Politik und Bürgerschaft immer wieder Änderungen vorgeschlagen. Anwohner hatten sogar einen „Bürgerplan“ eingereicht. Gegen die erste Version des Bebauungsplans wurden rund 120 Einwendungen eingereicht. Nichts davon schlägt sich in der neuen Planung nieder. Das bestreitet auch die Verwaltung nicht: „Die Erschließung ist im wesentlichen gleich geblieben“, so Marit Terhechte aus dem Stadtplanungsamt. Die Wohnblöcke sind nach wie vor nach Süden ausgerichtet und im Norden zweigeschossig. Das sei alles so „nach langer Diskussion“ im Planungsausschuss entscheiden worden.

„Wieso machen wir uns überhaupt die Mühe, die Bürger am Verfahren zu beteiligen, wenn sich am Ende gar nichts davon wiederfinden lässt?“, kritisierte CDU-Bezirksvertreterin Melanie Fleischer. „Diese paar neu hinzugefügten Parkplätze interessieren im Endergebnis nicht wirklich.“ Zur Sitzung waren mehr als 30 Bürgerinnen und Bürger erschienen, bei ihnen machte schnell das Wort von einer „Alibibeteiligung“ die Runde.

Zufahrten deutlicher trennen

Knackpunkt ist vor allem die alleinige Erschließung über die Straße „Zur Vogelstange“. Sie ist ein beliebter Schulweg und wird in der Spitze von 120 Fahrzeuge pro Stunde befahren. Durch das neue Wohngebiet würden noch einmal 40 Autos pro Stunde dazukommen, so die Berechnungen. „Es ist dort schon eng, aber nach der Rechnung klappt es. Die Straße ist sogar für 400 Kfz pro Stunde gemacht“, erläuterte Guido Koops von der Stadtverwaltung.

Er betonte: Durch eine in der neuen Planung noch deutlicheren Trennung der Bestandszufahrt von der Baugebietszufahrt sei die Verkehrssicherheit insgesamt noch einmal verbessert worden.

Einspruch gab es von allen Seiten. Im Schlusswort auch von Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt : „Wurde das neue Baugebiet Marie-Curie-Straße überhaupt bei diesen Zahlen berücksichtigt?“ Die Zahl der Radfahrer werde dadurch steigen. Dass eine zweite Zufahrt im Süden lediglich am Geld scheitert, „kann doch nicht sein“.

Anwohner Arnold Hüls, Sprecher einer Bürgerinitiative gegen das Projekt, drohte mit einer Klage, sollten nicht wesentliche Punkte angepasst werden. „Und dann haben sie einen zweiten Hafen in Hiltrup“, spielte er auf den Baustopp für das Hafencenter an.

So geht es jetzt weiter

Die Bezirksvertretung Hiltrup will parteiübergreifend alles unternehmen, um noch Änderungen am Bebauungsplan herbeizuführen. Viele Einflussmöglichkeiten hat das Stadtteil-Gremium allerdings in diesem Fall nicht mehr.

Alles hängt am städtischen Planungsausschuss, dessen erklärte Ziele die Schaffung von möglichst viel Wohnraum und niedrige Erschließungskosten sind. Um das Ruder noch zu wenden, soll eine interfraktionelle Runde mit Bezirksvertretern aller Parteien, zwei Anwohnern sowie Vertretern der Verwaltung und Mitgliedern des Planungsausschusses einberufen werden. „Am Besten noch vor den Osterferien“, kündigte Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt an. In dieser Runde sollen die Verwaltung und die Mitglieder des Planungsausschusses davon überzeugt werden, doch noch Änderungen vorzunehmen.

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