Großübung in Hiltrup fordert viel Einsatz von Freiwilliger Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz
Helfer simulieren Chemieunfall

Münster-Hiltrup! -

„15 Verletzte nach einer Explosion im Chemieunterricht“, so das Szenario einer Großübung, die am Samstag nicht zuletzt ehrenamtliche Hilfskräfte der Feuerwehr und des DRK aus Hiltrup in und an die Stadthalle führte.

Sonntag, 24.03.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 25.03.2019, 16:16 Uhr
Viele „Verletzte“, viele zu koordinierende Helfer: Die Großübung, die zum Teil in der Stadthalle stattfand, war eine ganzheitliche Herausforderung auch für die Hiltruper Kräfte.
Viele „Verletzte“, viele zu koordinierende Helfer: Die Großübung, die zum Teil in der Stadthalle stattfand, war eine ganzheitliche Herausforderung auch für die Hiltruper Kräfte. Foto: anh

Als erster traf der Löschzug Hiltrup der Freiwilligen Feuerwehr Münster ein, verstärkt vom Löschzug Geist, es folgte der Löschzug Angelmodde. Im ersten Stock hatten die erkundeten fünf Feuerwehrleute aus Hiltrup den Ort der Explosion noch nicht erreicht, als sie schon auf erste Verletzte stießen und von diesen bedrängt wurden. Denkbar realitätsnah handelten die etwa 30 Darsteller dieses sogenannten „Massenanfall von Verletzten“ (MANV), und sie sahen realistisch aus: Hier ein offener Bruch in der Gegend nahe dem Schlüsselbein, dort Verbrennungen und offene Wunden an Schulter und Brust, Panik und Schreie nach Hilfe. Dazu gellt die Sirene des Brandalarms den Wehrleuten in den Ohren.

Zuerst Einzelnen helfen? Die Lage erkunden, um weitere Kräfte gezielt heranzuführen und sie den am schwersten Verletzten helfen zu lassen? Schwere Entscheidungen. „Die Panikphase hat recht lange gedauert“, sagt später Bernd Oldach, Zugführer in Hiltrup.

„Wie viele Schüler waren dort?“, fragt ein Feuerwehrmann vor der Stadthalle zwischen einigen Verletzten einen „Lehrer“. Der weiß es nicht: „das war nicht meine Klasse.“ „Wie viele seid ihr denn?“, fragt ein Feuerwehrmann im ersten Stock auf dem Balkon eine Verletzte. Die weiß es nicht: „Heute sind einige krank.“

Drinnen ist alles verraucht, ein Teil der Decke herabgestürzt, Tische und kaputte Stühle liegen umher, mit Blutspuren. An zwei Stellen liegen und sitzen „Verletzte“, schreien. Unter einem Teil der „Betondecke“ liegt einer, er ist schon länger still. Weitere Schreie im Rauch, dort hinten muss noch jemand sein. Wehrleute kommen mit Tragen, später die leitende Notärztin, „Verletzte“ bekommen Karten um den Hals gehängt: an der Patientenablagestelle draußen auf dem Parkplatz soll alles nach Prioritäten zügig ablaufen.

Das Clemens-Hospital hat seine Kräfte alarmiert, „um etwa 15 Verletzte behandeln zu können“, so sieht es das ein halbes Jahr lang vom DRK geplante Szenario vor. Im Ernstfall würden sie auf mehrere Krankenhäuser verteilt. Erst einmal müssen „Verletzte“ die Treppen hinunter begleitet oder getragen werden, die Drehleiter steht bereit.

Die „Verletzten“, Notfalldarsteller der Johanniter-Akademie, geben alles und strapazieren die Aufmerksamkeit der Helfer von DRK und Feuerwehr : eine „Schülerin“ vermisst noch jemanden, rennt zurück in die Halle, ein Feuerwehrmann hinterher. Eine spricht nur Italienisch, andere simulieren Schmerzen, Stöhnen, Husten. 60 Helfer stellte das DRK, etwa 25 aus Hiltrup.

Sie habe, sagt eine Feuerwehrfrau des Löschzug Angelmodde, schon an einer Übung mit Darstellern teilgenommen, „aber die waren nicht so krass wie diese hier“.

 

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