Natur erleben und erfahren
Naturerlebnis ohne Barrieren

Münster-HILTRUP / Amelsbüren -

Ökologisches Bewusstsein ist in aller Munde, das merkt auch die Nabu-Naturschutzstation Haus Heidhorn. Ob das Insektensterben den Kiebitz trifft, die zu trockenen Böden Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt haben oder wie private Gärtner ihr Grün nachhaltiger gestalten können – die 30 Mitarbeiter der Station beschäftigen sich mit aktuellen Fragen. Die Außenanlagen werden barrierefrei gestaltet, damit auch Rolli-Fahrer Hochbeete ertasten können.

Freitag, 03.05.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 10:22 Uhr
Hand in Hand: Die Nabu-Mitarbeiter Claudia Knauft-Pieper, Stephan Grote, Dr. Thomas Hövelmann, Dr. Britta Linnemann, Dr. Christian Göcking und Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt besuchen den barrierefreien Außenbereich, der am 4. Juli seine Pforten öffnen soll.
Hand in Hand: Die Nabu-Mitarbeiter Claudia Knauft-Pieper, Stephan Grote, Dr. Thomas Hövelmann, Dr. Britta Linnemann, Dr. Christian Göcking und Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt besuchen den barrierefreien Außenbereich, der am 4. Juli seine Pforten öffnen soll. Foto: Peter Sauer

Immer mehr Menschen interessieren sich für den Erhalt der Natur und die ökologischen Zusammenhänge und wollen die Nabu-Naturschutzstation besuchen. Die baut auch gerade den Außenbereich barrierefrei um.

„Unser Problem ist nur, das wir gerade immer häufiger von Schulklassen, Rollstuhlfahrern oder Senioren mit Rollatoren Absagen bekommen, da man uns nicht mit dem ÖPNV erreichen kann“, erläuterte Dr. Britta Linnemann , Geschäftsführerin der Nabu-Naturschutzstation Münsterland, gegenüber Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt . Dieser besuchte am Donnerstag die Station, um sich Wünsche und Anregungen anzuhören, hatte aber seinerseits einige Fragen mitgebracht. Nur ein Taxi-Bus würde bislang die Naturschutzstation anfahren, zu vier festen Zeiten am Tag – das ist gerade für größere Gruppen und Senioren mit Rollator keine Alternative, hier wären Niederflurbusse angebrachter. Bezirksbürgermeister Schmidt will sich des Problems annehmen: „Es gibt gerade mehrere Gespräche mit den Stadtwerken, um den ÖPNV zu optimieren, zum Beispiel auch für das Freibad.“

Mit großer Freude sah sich der Bezirksbürgermeister die barrierefreie Umgestaltung des Freigeländes an. Die ersten Hochbeete stehen schon, erste Pflanzen sprießen, extra breite Wege des Bauerngartens (für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen) nehmen ebenfalls Konturen an. wie die Wasserflächen. „Hochmoor und Sandtrockenrasen werden so angelegt, dass sie auch gut für Rollstuhlfahrer erlebbar sind“, kündigte Claudia Knauft-Pieper an, die für das Projekt des barrierefreien Ausbaus verantwortlich ist. „Eröffnen wird NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser die Anlage am 4. Juli“, ergänzte Britta Linnemann.

Sie beantwortete Bezirksbürgermeister Schmidt auch Fragen zum Personal der Station. „Rund 30 Menschen arbeiten bei uns, darunter 13 wissenschaftliche Mitarbeiter und acht Freiwillige (FÖJ/Buftis).“ Die Nachfrage ist nicht nur beim Personal groß. 2000 bis 3000 Anfragen bearbeitet das Nabu-Team pro Jahr.

Ein großes Thema beim Nabu ist auch das zunehmende Insektensterben und die Folgen. „Bei den Kiebitzen erleben wir einen Rückgang um 50 Prozent, da die Jungen mit Insekten angefüttert werden und eine Intensivierung der Landwirtschaft die Kiebitzneste gefährdet.“

Auch machen sich die Naturexperten Sorgen um die trockenen Böden und Wälder: „Wir brauchen ergiebigen Landregen“, sagte Dr. Thomas Hövelmann. Dr. Christian Göcking ergänzte: „Die Fließgewässer sind immer noch zu niedrig.“

Joachim Schmidt ist sich sicher, dass die Naturschutzstation durch die aktuellen Projekte noch attraktiver werden wird – als Gewinn für Mensch und Natur.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6584579?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F138%2F
Krisenstab stimmt sich Montag ab
Coronavirus: Krisenstab stimmt sich Montag ab
Nachrichten-Ticker