Umstrittenes Baugebiet an der Vogelstange
Politik gibt grünes Licht – Anwohner sind entsetzt

Münster-Hiltrup -

Die weitere politische Beschlussfassung zum künftigen Baugebiet Vogelstange wird nun zügig von statten gehen. Zumindest die Bezirksvertretung Hiltrup wird sich dem umstrittenen Vorhaben nicht weiter in den Weg stellen.

Freitag, 10.05.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 14.05.2019, 16:28 Uhr
Eine Feuchtwiese zwischen Sandfortsbusch und der Sportanlage Hiltrup-Süd soll mit teilweise bebaut werden. Der Streit darum scheint nun entschieden zu sein. Auf der westlichen Seite von Sandfortsbusch entsteht das Baugebiet Marie-Curie-Straße.
Eine Feuchtwiese zwischen Sandfortsbusch und der Sportanlage Hiltrup-Süd soll mit teilweise bebaut werden. Der Streit darum scheint nun entschieden zu sein. Auf der westlichen Seite von Sandfortsbusch entsteht das Baugebiet Marie-Curie-Straße. Foto: Norbert Piontek

Mit Stimmen von CDU (6), Grünen (2) und FDP (1) sowie AfD (1) passierte das Vorhaben das Stadtteilparlament. Linke (1) und SPD (4) und drei CDU-Vertreter enthielten sich der Stimme. Anwohner der Vogelstange und des Nimrodwegs, die erneut in größerer Zahl zur Sitzung der Bezirksvertretung erschienen waren, reagierten mit Unmutsäußerungen.

Bis zuletzt hatte die Verwaltung Zählungen vorgenommen, um die Verkehrssituation auf den beiden Straßen exakt beschreiben zu können. So wurden am Donnerstagmorgen zwischen 7 und 8 Uhr exakt 224 Radfahrer gezählt. Die Zahl der Autos in dem vielfach als unübersichtlich kritisierten Kurvenbereich zwischen Nirmrodweg und Vogelstange lagen am Mittwoch in den jeweiligen Spitzenzeiten bei 29 beziehungsweise 33 Fahrzeugen. Mit anderen Worten: Der Durchgangsverkehr ist keine auffällige Größe.

Anders sieht es im Einmündungsbereich der Vogelstange zur Westfalenstraße aus, da sich hier der Verkehr zu dem Kundenparkplatz der beiden Lebensmittelmärkte K+K und Aldi bemerkbar macht. Hier wurden in der Morgenstunde von 7 bis 8 Uhr bereits 125 Pkw gezählt. „Das deckt sich mit den Zahlen, die wir bereits im vergangenen November erhoben hatten“, sagte Verkehrsplaner Guido Koops.

Eine Kostenaufstellung für eine Süderschließung des geplanten Baugebietes legte die Verwaltung ebenfalls auf den Tisch. Sie sprach von Mehrkosten bis zu 750 000 Euro, wenn man diesem Vorschlag der Anwohner Folge leisten wolle. Die Stadtplaner legten zudem einen Vorschlag für eine modifizierte Anordnung der Gebäude an. Statt eines langen Gebäuderiegels entlang der bestehenden Bebauung schlugen sie drei separate Gebäudekörper für eine Mehrfamilienhausbebauung vor. Insgesamt sieht der Plan nun 57 Wohneinheiten vor.

In der politischen Debatte erklärten die SPD und Linke, sich der Stimme enthalten zu wollen. Die SPD gab weiteren Klärungsbedarf als Grund an. Ortrud Philipp (Linke) hingegen erklärte unmissverständlich, dass sie nicht mit den Planungen einverstanden sei. Sie wolle „das Spielchen nicht mitmachen“, weil sie aus Erfahrung wisse, dass bei der in Kürze anstehenden erneuten Offenlegung die Anregungen der Anlieger ohnehin nicht aufgegriffen würden.

Aus den Reihen der CDU meldete sich einzig Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt zu Wort. Er sprach davon, dass sich zu einem späteren Zeitpunkt möglicherweise die Notwendigkeit ergebe, auf den Vorschlag der Süderschließung zurückzukommen. Von den Grünen war keine Wortmeldung zu vernehmen.

Die Anwohner reagierten entsetzt. Das sei „Volksver­a…ung“, polterte eine Anwohnerin. Die neue Planungsvariante sei „reine Makulatur“. Ein Anwohner des Nimrodwegs meinte: „Die betteln förmlich um eine Klage.“

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