100 Jahre Niederdeutsche Bühne
Der Nachwuchs war der Kracher

Münster-Hiltrup -

Zwei Stunden lang ganz im Plattdeutschen daheim zu sein – diese Gelegenheit bot sich am Freitagabend im Kulturbahnhof Hiltrup.

Sonntag, 16.06.2019, 18:15 Uhr aktualisiert: 23.06.2019, 17:42 Uhr
Die „plattdeutschen Kinner“ standen in der ersten Reihe (v.l.): Milla Vossenberg, Marit und Greta Frie, Johanna Schwarz und Janis Eisenhaber mit Elisabeth Georges und Hannes Demming. Hinter ihnen (v.l.): Simon Kesting, Ria Lüring, Alexander Buske, Georg Bühren, Ria Lüring, Heike Artmann, Ludwig Schmülling und Bernd Artmann.
Die „plattdeutschen Kinner“ standen in der ersten Reihe (v.l.): Milla Vossenberg, Marit und Greta Frie, Johanna Schwarz und Janis Eisenhaber mit Elisabeth Georges und Hannes Demming. Hinter ihnen (v.l.): Simon Kesting, Ria Lüring, Alexander Buske, Georg Bühren, Ria Lüring, Heike Artmann, Ludwig Schmülling und Bernd Artmann. Foto: Hasenkamp

Die Niederdeutsche Bühne am Theater Münster feiert in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum, und im umfangreichen, noch bis in den November reichenden Jubiläumsprogramm stand auch dieser Abend im Kulturbahnhof. Das Motto: „Nu fiert alle met!“

Dazu bekam das Publikum auch Gelegenheit, denn zwischen Musik, Rezitationen und Sketchen gab es etwas zum Mitsingen: Zur bekannten Melodie von Billy Joels „Piano Man“ hatten die Musiker Georg Bühren (Sänger und Gitarrist) und Alexander Buske (Gitarre), beide früher Teil der Band „Pattu“, einen plattdeutschen Text gedichtet. Und zum dem gehörte dann zum einen das vom Original bekannte „la, la, la“, zum anderen dieses: „Dao mi no ejn’n, nej, ick will nich nao Hus, dao föllt mi de Diäck‘ uppen Kopp dao bin’ck doch blouts allejn, up mi wocht‘ jä kinejn, ick sitt lejwer bi juch hier in’n Tropp.“ Das Ganze hieß dann „Duorpkrog-Gesang“.

Ein Kracher war auch der Auftritt einiger lokaler Nachwuchs-Plattküerer: Kinder einer Hiltruper Schule, Milla Vossenberg, Marit und Greta Frie, Johanna Schwarz und Janis Eisenhaber, inszenierten ein Gespräch zwischen den „Klocken“ münsterischer Kirchen und Humoriges aus westfälischer Erziehungs-Weisheit.

Heiter ist auch der Sketch „Tüsken Hiëmmel un Äer“, gespielt von Simon Kesting und seiner „Riesenrad-Freundin“ Ria Lüring und dem Liebes-Helfer Ludwig Schmülling. Düster dagegen „Nümms schlao‘ seine Blagen daut“. Viele Erinnerungen weckte Hannes Demming mit der Erzählung vom „Kinnerschützenfest“, niedergeschrieben von einem der Begründer der Niederdeutschen Bühne, Karl Wagenfeld. Wieder einmal Zwischenmenschlich-Allzumenschliches auf Platt präsentiert der Sketch „Wackelkontakt“, gespielt ovn Heike und Bernd Artmann. Die Flimmerkiste gibt den Geist auf – das Ehepaar muss sich bei Bier und Knabberzeug nun selbst unterhalten, der gemütliche Abend gerät in Gefahr.

Eingerahmt war der sichtlich begeisternde Abend im vollen Kulturbahnhof von weiteren Liedern von und mit Bühren und Buske. Den Anfang machte der „Duorpstraodenblues“ – er beklagt u.a. das verbreitete Kneipensterben.

Das Jubiläumsprogramm der Niederdeutschen Bühne am Theater Münster setzt sich fort mit einer plattdeutschen Sommersause im Café Nobis: „Laot’t susen, laot’t weihen“.

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