Kabarett im Kulturbahnhof
Mit dem Publikum verbandelt

Münster-Hiltrup -

Kabarettist Thomas Philipzen war zu Gast im Kulturbahnhof. Vor vollem Haus erläuterte er dem Publikum seine Sicht der (alltäglichen) Dinge.

Dienstag, 18.06.2019, 15:14 Uhr aktualisiert: 23.06.2019, 17:42 Uhr
Kabarett im Kulturbahnhof: Mit dem Publikum verbandelt
Foto: Andreas Hasenkamp

Der Kulturbahnhof Hiltrup war voll am Samstagabend: Die Kulturbühne Hiltrup hatte es geschafft, Thomas Philipzen mit seiner neuesten Version seiner „Best of“ wieder in den Stadtteil zu holen.

Angenehm an seiner Art ist zum einen, dass er sich schnell eng mit dem Publikum verbindet und dort auch bleibt, bei Abiturientin Louisa und den anderen. Seine Energie verströmt er nicht allein und immer in Lautstärke und Hektik, sondern oft in stillen Momenten, zusammengekauert, mit leisen Worten der Verzweiflung, die dank Mikrofon dennoch klar ankommen. Gern blickt Philipzen einige Jahrzehnte in der TV-Geschichte zurück, zu Figuren, die Millennials nichts mehr sagen, vielen im Publikum jedoch sehr viel. So verkörpert er Sportschaumoderator Ernst Huberti beim knochentrockenen Kommentieren eines Fußballspiels: „Müller – Schwar­zenbeck – Tor.“

Dabei ist er auch fordernd, man muss häufig mitdenken, um die Ecke denken, um auch mitlachen zu können. Humorvoll setzt er auch den Wert der Freiheit in Szene, stellt heraus, wie wenig die katholische Kirche in der Frage „Ist die Erde eine Scheibe?“ der Hektik verfallen ist.

Immer wieder ist Philipzens Sinn für das Positive bemerkenswert und überraschend: Wer mit 66 noch Nachwuchs bekommt, meint er, habe einen Weg gefunden, sich den ersten Rollator zu finanzieren – und in und in dem Alter müsse man ohnehin öfter nachts mal raus. Und eine weitere tiefe Einsicht in eine Älterwerden dürfende Bevölkerung: da kann schon mal einer mit 80 seine erste Frau noch mal heiraten.

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