Netzwerk für Flüchtlinge
Viele Hindernisse – wenig Hilfe

Münster-Hiltrup -

Ein Bild mit verschiedenen Facetten hat Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt wahrnehmen müssen. Bei seinem Gespräch mit Mitgliedern des Flüchtlingsnetzwerkes erfuhr er von Licht und Schatten in der Flüchtlingsarbeit.

Mittwoch, 19.06.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 21.06.2019, 16:15 Uhr
Wie es um die Betreuung der Flüchtlinge steht, hat Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt bei den Gesprächsteilnehmern des Flüchtlingsnetzwerkes mit Stefan Leibold, Heinz Baumkötter, Magdalene Faber, Axel Preuss und Heike Witzel erfahren.
Wie es um die Betreuung der Flüchtlinge steht, hat Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt bei den Gesprächsteilnehmern des Flüchtlingsnetzwerkes mit Stefan Leibold, Heinz Baumkötter, Magdalene Faber, Axel Preuss und Heike Witzel erfahren. Foto: Helga Kretzschmar

Die provisorischen Flüchtlingsunterkünfte in Münster sind abgebaut. 2000 Flüchtlinge haben bereits eine Wohnung beziehen können. Viele von ihnen werden jedoch nicht ausreichend betreut. Wie nun die soziale Integration weiter laufe, wollte Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt im Gespräch mit Mitgliedern des Hiltruper Flüchtlingsnetzwerks erfahren.

Es sei der Bürokratismus, der vielen Menschen aus Syrien, Afghanistan, der Türkei oder aus afrikanischen Ländern zu schaffen mache. „Was soll ich überhaupt machen?“, zitierte Magdalene Faber viele Menschen, die Hilfe bei Anträgen brauchen, ob beim Ausfüllen eines Bafög-Antrags oder der Ermittlung einer Steuerklasse. Besonders schwer sei es, einen syrischen Pass wiederzubeschaffen, der laut Amtsdeutsch in Syrien „überbeglaubigt“ werden müsse. Zudem ein teures Unterfangen.

Während Erwachsene allein wegen unzureichender Deutschkenntnisse Integrationsschwierigkeiten hätten, sei es für die Kita- und Schulkinder wesentlich leichter, in Münster heimisch zu werden. Viele Erwachsene seien schlichtweg überfordert. Das mache sich etwa beim Erlernen von Fachsprachen bemerkbar, die für eine Ausbildung zum Beispiel zwingend notwendig seien. „In der Berufsschule stoßen viele an ihre Grenzen“, so Faber.

Obwohl viele Flüchtlinge sich anpassen, etwas lernen und sich integrieren wollten, scheitere ihr Vorhaben oft an fehlender adäquater Hilfe, teilte Faber ihre Erfahrungen mit denen weiterer Teilnehmer an der Gesprächsrunde. Daher wäre es wünschenswert, wenn sich Ehrenamtliche finden würden, die ihre kommunikative Fachkompetenz einbringen oder auch beim Ausfüllen von Anträgen helfen könnten.

Diskutiert wurde auch über die Einrichtung einer Halbtagsstelle, da Ehrenamtliche allein die vielen Aufgaben nicht stemmen könnten. Der im vergangenen Herbst gestellte Antrag wurde jedoch vom Rat der Stadt Münster nicht bewilligt. Dennoch hoffen die Flüchtlingshilfe-Netzwerker weiterhin auf „hauptamtliche Unterstützung.“

Nicht zu unterschätzen sei, dass inzwischen auch einige weitere Hilfe bräuchten. Denn viele nachhaltige Fluchtprobleme kämen nach einer ersten Überlebensphase erst jetzt zu Tage. „Darüber muss mit jemanden gesprochen werden.“

In Kontakt mit Einheimischen treten können Flüchtlinge unter anderem im Begegnungscafé, bei der Radwerkstatt oder beim Kommunikationstreffen.

In Planung sei ein Bewerbungstraining für Erwachsene, für das noch weitere Ehrenamtliche gesucht werden. Ein erstes Treffen ist für den 24. Juli vorgesehen.

„Die Arbeit mit den Flüchtlingen gibt mir auch persönlich viel“, fühlt sich nicht nur Magdalene Faber in ihrem Engagement bestätigt. „Halten Sie durch“ ermutigte Joachim Schmidt die Gesprächspartner.

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