Streit um die Prinzbrücke
Wird es jetzt zwei Millionen Euro teurer?

Münster-Hiltrup -

CDU und Grünen wollen „eine verkehrssichere Planung zum Neubau der Prinzbrücke“ (WN, 29.6.). Deshalb soll der Rat bereits am Mittwoch einen Beschluss fassen, der die Stadtverwaltung und Wasser- und Schifffahrtsverwaltung auffordert, in diese Richtung zügig aktiv zu werden.

Dienstag, 02.07.2019, 18:30 Uhr
Die neue Prinzbrücke muss höher liegen, damit künftig größere Schiffe den Kanal passieren können. Bereits bei dieser Leerfahrt wird es für diesen Kahn ausgesprochen eng.
Die neue Prinzbrücke muss höher liegen, damit künftig größere Schiffe den Kanal passieren können. Bereits bei dieser Leerfahrt wird es für diesen Kahn ausgesprochen eng. Foto: gro

Was soll dieser Vorstoß bedeuten? Wollen CDU und Grüne damit von dem gültigen Ratsbeschluss aus dem Jahr 2015 abrücken? CDU-Ratsherr Stefan Leschniok verneint entschieden, die SPD wittert eine erneute Kapriole in der Endlos-Geschichte Prinzbrücke.

„Die Kommunalwahl kommt näher, die CDU setzt auf Machterhalt“, stellt Hermann Geusendam-Wode dazu fest. „Strittige Themen mit dem grünen Koalitionspartner werden abgeräumt.“ Der SPD-Chef in der Bezirksvertretung hält dieses Vorgehen für politisch nicht vertretbar: „Mit der Prinzbrücke läuft es wie mit der Stadthalle. Eine Scheinlösung wird als der große Wurf verkauft.“

„Der Ratsbeschluss von 2015 wird aufrechterhalten. Davon rücken wir nicht ab“, stellt hingegen der Christdemokrat Leschniok fest. „Wir müssen aber aus der gegenseitigen Blockade herauskommen, in der sich die Stadt und die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung befinden.“ Mit einem Positionspapier, wie es CDU und Grüne zuletzt vorgelegt hatten, könne die Verwaltung nicht arbeiten. Deshalb sei in enger Abstimmung mit Stadtbaurat Robin Denstorff dieser Beschlussvorschlag ausgearbeitet worden.

Die CDU werde dabei an dem Ratsbeschluss aus dem Jahr 2015 so lange festhalten, bis die Verwaltungen eine verkehrssichere Lösung für die Prinzbrücke vorgelegt hätten. „Wir wollen den Ratsbeschluss als Druckmittel in der Hand behalten“, erklärt Leschniok.

Dieses Vorgehen stehe nicht im Widerspruch zu der Feststellung in dem jetzt formulierten Rats­antrag, dass der Erhalt des Waldes am Kanal die Grundlage der Planung sei. Das neue Brückenbauwerk soll statt dessen so breit gebaut werden, dass Radfahrer und Fußgänger sie getrennt vom Kfz-Verkehr nutzen können.

Geusendam-Wode spottet über diese Lösung: „Die CDU will uns nun die Quadratur des Kreises verkaufen.“ Wenn die Stadt Münster zudem eine breitere Brücke fordere, dann entstünden Mehrkosten. Die SPD schätzt sie auf zwei Millionen Euro. Mindestens die Hälfte müsse die Stadt Münster tragen, rechnet Geu­sendam-Wode.

Eine weitere offene Frage gibt es, die derzeit niemand beantworten kann oder will: Wie steil werden künftig die Rampen ausfallen?

Keine Zweifel bestehen daran, dass die neue Brücke künftig höher liegen wird. Klar ist zudem, dass für eine Brücke, die für tonnenschwere Laster ausgelegt ist, ein größeres Tragwerk benötigt wird als für eine Radfahrer- und Fußgängerbrücke.

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