Kaufhaus Burgholz
Eine Institution verlässt Hiltrup

Münster-Hiltrup -

Die Nachricht von der Schließung des Kaufhauses Burgholz hat viele Stammkunden kalt erwischt. Seit 40 Jahren ist das Kaufhaus eine feste Institution an der Marktallee. Auch die Deutsche Post muss nun einen neuen Kooperationspartner suchen.

Mittwoch, 10.07.2019, 18:38 Uhr
Im Frühjahr schließt das Kaufhaus Burgholz. Das Familienbetrieb wird aus Altersgründen aufgegeben.
Im Frühjahr schließt das Kaufhaus Burgholz. Das Familienbetrieb wird aus Altersgründen aufgegeben. Foto: Peter Sauer

achdem die Aufregung über die bevorstehende Schließung des Kaufhauses Burgholz sich wieder etwas gelegt hat, atmet Geschäftsführerin Petra Pawlitza tief durch. „Für fast alle Kunden kam das völlig überraschend“, erzählt sie. Sie sei unglaublich häufig am Mittwoch darauf angesprochen worden. Nach 40 Jahren geht die Ära Burgholz an der Marktallee zu Ende. Nun geht es für sie selbst und alle 22 Mitarbeiter zunächst einmal zurück zum Tagesgeschäft: „Der Verkauf geht ganz normal weiter“, bekräftigt Petra Pawlitza.

Bei der Deutschen Post hat man gestern erst einmal tief schlucken müssen. Aus unserer Zeitung haben die Verantwortlichen erfahren, dass sie in Hiltrup einen neuen Kooperationspartner finden müssen. Der Vertrag mit dem Kaufhaus Burgholz läuft bis zum 31. Januar. „Wir wollen auf jeden Fall in Hiltrup bleiben“, sagt Pressesprecher Rainer Ernzer. Und es sei das Ziel, „übergangslos weitermachen zu können“.

Wie berichtet, schließt das Kaufhaus aus Altersgründen ihrer Inhaber. Siegfried Kolks , Inhaber des Familienunternehmens ist mittlerweile 78 Jahre alte. Auch Petra Pawlitza, die eine von fünf Gesellschaftern ist, erreicht allmählich das Rentenalter, wie sie verrät. Mit ihrem Namen ist und bleibt das Kaufhaus Burgholz in Hiltrup auf das engste verbunden.

1978 war Kaufring nach Hiltrup gekommen. Immobilienmakler Heinz-Wilhelm Harling hatte auf eine entsprechende Anfrage, ob er ein Objekt kenne, dass sich in Hiltrup für ein Kaufhaus eigne, geantwortet: „Ich baue Ihnen ein Kaufhaus.“

Petra Pawlitza übernahm bereits 1983 die Geschäftsleitung der Hiltruper Filiale. Unter ihrer Leitung erfolgten schon früh Erweiterungen. Die Verkaufsfläche wuchs auf 1400 Quadratmeter.

2001 folgte der große Schock: Kaufring legte eine Insolvenz hin. Siegfried Kolk, Petra Pawlitza und andere krempelten die Ärmel hoch und gründeten ein eigenes Unternehmen. Dem neuen Verbund, an dessen Spitze Siegfried Kolk stand, gehörten zwölf Häusern an.

Die Wurzeln der Unternehmensgruppe lagen in Dülmen, wo das erste Kaufhaus Burgholz 1897 eröffnet wurde. Da es keine Nachfolger in der Familie gibt, wurden die anderen elf Geschäfte nach und nach geschlossen.

„Einzig Hiltrup hat die Fahne noch hochgehalten“, erzählt Pawlitza. Da am 31. März 2020 der Mietvertrag auslaufe, sei der Zeitpunkt gekommen, auch das Kaufhaus Hiltrup, das alle nur Burgholz nennen, zu schließen. Pawlitza hofft, dass von den Mitarbeitern möglichst viele von Woolworth übernommen werden. „Die Hiltruper Kunden schätzen es, wenn sie auf bekannte Gesichter treffen.“

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