Frühschoppen der Bürgerschützen
Ein Hoch auf „Piwo“ – aber Bangen um den Festplatz

Münster-Hiltrup -

Die Bürgerschützen bangen um ihren Festplatz. Zum ersten Mal mussten sie wegen des Eichenprozessionsspinners ihr Schützenfest verlegen. Beim Frühschoppen entwickelten sie jetzt einen Schlachtplan, um die Vogelstange zurückzuerobern.

Montag, 15.07.2019, 17:37 Uhr aktualisiert: 15.07.2019, 17:40 Uhr
Zum ersten Mal wurde ein Mitglied für seine 65-jährige Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet: Wolfgang „Piwo“ Brauer (in der roten Uniform) ist seit Juli 1954 mit dabei.
Zum ersten Mal wurde ein Mitglied für seine 65-jährige Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet: Wolfgang „Piwo“ Brauer (in der roten Uniform) ist seit Juli 1954 mit dabei. Foto: mlü

„In diesem Jahr läuft wirklich alles anders“, staunt René Boer , der Leiter des Spielmannszuges der Hiltruper Bürgerschützen beim Frühschoppen in der Stadthalle. In der Tat war das zurückliegende Schützenfest eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

Die Talfahrt: Zum ersten Mal mussten die Bürgerschützen ihren angestammten Festplatz im Wäldchen hinter dem Nimrodweg verlassen. Schuld war der Eichenprozessionspinner. Eine mobile Vogelstange wurde für viel Geld angemietet und stattdessen auf dem Schulhof des Schulzentrum aufgebaut. Die Stimmung ging wieder hoch: Das Schützenfest am neuem Ort kam super an.

Jetzt geht die Stimmung aber möglicherweise wieder ein bisschen runter: „Wie es in Zukunft weitergeht, ist völlig offen“, gibt Vereinschronist Christian Kloster zu bedenken. „Das Problem ist, dass wir keine Garantie haben, dass wir überhaupt wieder in das Wäldchen zurückkehren können.“ Bekanntermaßen bleiben die allergieauslösenden Härchen des Eichenprozessionsspinners oft über Jahre an den Bäumen haften. Zudem begünstigt die Klimakatastrophe sowie das Vogel- und Insektensterben die Ausbreitung des Schädlings auch in Zukunft.

Für einen Hoffnungsschimmer wollen die Bürgerschützen jetzt selbst sorgen. Das Offizierskorps plant, Nistkästen rund um die Vogelstange aufzuhängen und damit der Raupe etwas entgegenzusetzen. „Das ist angewandter Naturschutz“, so Oberst Martin Wiesmann . Er regt eine kleine Wette an: Auf jedem Nistkasten soll der Name eines Offiziers stehen. Der Besitzer des Nistkastens, bei dem zuerst ein Vogel einzieht, bekommt von seinen Kameraden ein Bier spendiert.

Um noch einmal auf die Änderungen zurückzukommen: Erstmals wurde neben der 25-, 40-, 50- und 60-jährigen Mitgliedschaft bereits die zehnjährige Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet. „Damit die Jacke schneller voll wird“, scherzte Wiesmann. Zum allerersten Mal überhaupt wurde ein Vereinsmitglied für seine 65-jährige Zugehörigkeit zu den Bürgerschützen geehrt: Der Spielmannszug stand Spalier für ihren treuen Wolfgang Brauer, von allen nur „Piwo“ genannt. „Wir freuen uns auf viele weitere Jahre mit Dir“, klopfte René Boer seinem Kameraden auf die Schulter.

Es ist kaum zu glauben, doch das Pokalschießen ist in diesem Jahr genauso ausgegangen wie im vergangenen – ehrlich wahr: Erneut konnte sich Susanne Wendland den Wanderpokal, gestiftet von Dr. Rainhart Korte, sichern. Erneut auf dem zweiten Platz: Eduard Fulge. Sogar der dritte Platz ist mit Daniela Borgheyink gleich geblieben.

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