Forschungstalent Lasse Triebel vom Kant-Gymnasium
Als einziger in NRW qualifiziert

Münster-Hiltrup -

Seit er sechs Jahre alt ist, schlägt sein Herz schneller – für Mathematik, Biologie und Physik. Seitdem überrascht Lasse Triebel aus Hiltrup nicht nur Mitschüler und Lehrer, sondern sammelt auch regelmäßig Auszeichnungen.

Samstag, 20.07.2019, 12:32 Uhr aktualisiert: 20.07.2019, 13:00 Uhr
Lasse Triebel (15, r.) bekommt die IJSO-Urkunde von seinem Physiklehrer Dr. Dietrich Kast.
Lasse Triebel (15, r.) bekommt die IJSO-Urkunde von seinem Physiklehrer Dr. Dietrich Kast. Foto: Pesa

Auch jetzt wieder, als Schüler der Stufe 9 des Immanuel-Kant-Gymnasiums.

Physiklehrer Dr. Dietrich Kast überreichte ihm am Mittwoch eine ganz besondere Urkunde. „Mit seiner privaten Experimentierreihe rund um die Frage, wie man Eier haltbarer machen kann, hat Lasse Triebel die Endrunde der IJSO (International Junior Science Olympiad) erreicht.“ Dazu hat der Schüler auch mit verfaulten Eiern experimentiert und ausprobiert, wie sich Eier mit Essig auflösen lassen.

Beim IJSO handelt es sich um einen internationalen Wettbewerb im MINT-Bereich, der sich zum Ziel gesetzt hat, naturwissenschaftlich besonders begabte Kinder und Jugendliche nachhaltig zu fördern. Es nehmen über 4000 junge Forscher teil, und Lasse Triebel hat es nun in die Endrunde  geschafft, für die sich bundesweit 39 junge Forscher qualifiziert haben. Er ist der einzige Schüler aus NRW, der sich qualifizieren konnte.

Zudem ist Lasse auch in anderen naturwissenschaftlichen Wettbewerben erfolgreich: So stelle er auch auf der Ideen-Expo 2019 in Hannover den weltweit ersten „Holographiedrucker“ aus. Den hatte er in der 7. Klasse mit Mitschüler Alexander Heinbichner erfunden. Der Roboter aus Lego-Mindstorm-Teilen kann dreidimensionale „Ritz-Hologramme“ auf ebenen Flächen erstellen. So können zum Beispiel CD-Hüllen, mit dreidimensionalen Abbildungen, wie Firmenlogos, verziert werden, um diesen einen interessanten Werbeeffekt zu verleihen. Als Sechstklässler bekam er den Sonderpreis der Uni Münster bei Jugend forscht, da er bewies, dass Optiker-Sonnenbrillen tatsächlich einen höheren Schutz bieten als Supermarktsonnenbrillen.

„Das Besondere ist: All seine Forschungen und Experimente fließen nicht in die Schulnote ein“, betont Physiklehrer Dr. Dietrich Kast, „denn er macht das alles in seiner Freizeit.“

Nun heißt es Daumen drücken für die deutsche Endrunde des IJSO-Wettbewerbs Mitte September in Hannover. Von den 39 Finalisten werden durch Experimente und Klausuren die sechs Besten ermitteln. Die dürfen dann in Katar gegen die Besten der anderen Nationen antreten.

Und was macht der 15-Jährige sonst noch so? Lasse überlegt lange: „Segeln“, sagt er. Im Team holte er 2016 dem 1. Platz und Westfalenpreis auf dem Biggesee. „Beim Segeln bekomme ich gut den Kopf frei“, sagt er. Wo es beruflich hingehen soll, lässt Lasse noch offen. An der Universität Münster hat er bereits in der Biophysik ein Praktikum gemacht.

Bleibt noch die Frage, warum Lasse das alles in seiner Freizeit macht. Sind Mathe & Co nicht schwierig? „Es geht, eher spannend“, sagt er kurz. Physiklehrer Dr. Dietrich Kast ergänzt: „Lasse hat mindestens drei Jahre Vorsprung, was Tiefe und Genauigkeit seines Wissens betrifft. Er besitzt eine ganz besondere gedankliche Schärfe und ist sehr motiviert.“ Das persönliche Gespräch mit dem 15-Jährigen zeigt, er ist kurzsilbig, wenn es um ihn selbst geht und reich an Worten, wenn es um seine Forschungen geht.

Das zeigt, wie bodenständig er bei allen bisher verliehenen Auszeichnungen geblieben ist. „Ich treffe mich auch ganz normal mit meinen Freunden“, ergänzt er, um klarzumachen, dass er sich nicht als Außenseiter versteht, „und meine Freunde machen alle etwas anders und interessieren sich trotzdem für meine Forschung“.

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