Hiltruper See
Eine einzige grüne Suppe

Münster-Hiltrup -

„Noch schlimmer als im vergangenen Jahr“, sagen Hiltruper, wenn sie sich zum Zustand des Hiltruper Sees äußern. Der See ist fest in der Hand der Elodea, auch Wasserpest genannt.

Dienstag, 06.08.2019, 17:30 Uhr
Für die Segelsportler ist nicht an die Ausübung ihres Sportes zu denken, für alle anderen gibt der Hiltruper See ein trauriges Bild ab.
Für die Segelsportler ist nicht an die Ausübung ihres Sportes zu denken, für alle anderen gibt der Hiltruper See ein trauriges Bild ab. Foto: gro

Ob es keine Stelle gebe, von der man einen besseren Blick auf den See habe, will das junge Paar wissen, das – offenbar ortsfremd – am späten Sonntagnachmittag am Hiltruper See unterwegs ist.

Dabei zeigt die junge Frau auf das Buschwerk, das man in der Nähe des Spielplatzes hat kräftig in die Höhe schießen lassen – als wolle man den See hinter einer grünen Wand verschwinden lassen. Vielleicht wäre das auch das Beste. Denn der See präsentiert sich alles andere als ansehnlich.

„Noch schlimmer als im vergangenen Jahr“, sei es am Hiltruper See, meint auch ein alter Hiltruper, der seinen Stadtteil kennt wie seine Westentasche. Die Wasserpest macht in diesem Sommer ihrem Namen wieder alle Ehre. Unter der Wasseroberfläche breitet sie sich untergehindert aus, oben lagern sich als sekundärer Bewuchs die Fahnenalgen an. Daraus wird dann eine unappetitliche grüne Suppe.

Ein Zeichen für die gute Wasserqualität sei das Wachstum der Elodea, sagen Stadt und Umweltschützer unisono. Nur in klaren Gewässern breite sie sich aus.

Zuletzt war das so bei der groß angekündigten Konferenz zum Hiltruper See zu hören. Die Aussagen der Stadt Münster als Eigentümer des Gewässers waren wenig geeignet, die Sorgen des Hiltruper Segelvereins zu zerstreuen. Aus Sicht der Stadt waren alle Fragen, die damals auf den Tisch kamen, abgearbeitet. Und gegen die Elodea sei kein Kraut gewachsen: Das Kapitel „Konferenz Hiltruper See“ sei beendet, hieß es auf Nachfrage am Montag aus der Verwaltung. Die Segler aber stehen da und können ihren Sport derzeit nicht ausüben.

Rund um die Bootsanlegestelle ist nahezu alles verkrautet, besonders wird es allem Anschein nach in Richtung des Seehotels Krautkrämer. Bereits im Mai hatte der Segelverein am Bootsanleger Kraut zurückgeschnitten, um auf den See herauszukommen. Das half für einige Wochen.

Ohnehin zeigen die Sportler Eigeninitiative, um den See als Sportareal zu erhalten. So sorgten sie dafür, dass der Rollenpflücker im vergangenen Sommer nach Hiltrup kam. Aktuell werden auf Veranlassung des Vereins kontinuierlich Sauerstoff-Messungen vorgenommen.

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