Debatte um die Prinzbrücke
FDP kritisiert CDU und Grüne scharf

Münster-Hiltrup -

Die FDP fordert eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger und zudem ein Auffahrtsohr zum Osttor für den Kraftfahrverkehr. CDU und Grüne hatten sich mit Rücksicht auf das bestehende Wald gegen das Auffahrtsohr ausgesprochen.

Freitag, 23.08.2019, 11:30 Uhr aktualisiert: 23.08.2019, 12:00 Uhr
Die FDP fordert eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger und zudem ein Auffahrtsohr zum Osttor für den Kraftfahrverkehr. Das machen Jörg Berens, Jürgen Reuter und Ulrich Eckervogt (v.l.) deutlich.
Die FDP fordert eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger und zudem ein Auffahrtsohr zum Osttor für den Kraftfahrverkehr. Das machen Jörg Berens, Jürgen Reuter und Ulrich Eckervogt (v.l.) deutlich. Foto: gro

Alltag an der Prinzbrücke: Eine ältere Frau quält sich von Osten kommend mit ihrem Fahrrad – ohne Elektrounterstützung – die Anhöhe hoch. Am anderen Ende der Brücke wartet bereits ein Kipplaster, der die Brücke queren will. Die Prinzbrücke, so wie derzeit existiert, ist für alle da. Und für alle ist am Ende irgendwie zu wenig Platz da.

Die FDP weiß, was sie will. Fraktionschef Jörg Berens fordert eine eigene Brücke für die Radfahrer und Fußgänger. Das Gewerbegebiet zwischen Bahnlinie und Kanal will die FDP über eine separate Auffahrt zur großen Osttorbrücke erschlossen sehen.

Damit grenzt sich die FDP deutlich von der schwarz-grünen Rathausmehrheit ab. Kurz vor den Sommerferien hatten sich CDU und Grünen von der so genannten Planungsvariante fünf verabschiedet, die zuerst 2011 und dann nochmals 2016 beschlossen wurde.

Die FDP will eine verkehrssichere Lösung – und das bedeutet für auch für Bezirksvertreter Ulrich Eckervogt eine Trennung der Verkehrsarten. „Diese Trennung nehmen wir überall vor. Wir bauen dafür sogar Velorouten“, meint Berens. Deshalb sei es für ihn unverständlich, dass ausgerechnet das Prinzip der Trennung an dieser vielbefahren Brücke aufgegeben werden soll.

Die Forderung der CDU, die Brücke breiter zu bauen, damit alle Verkehrsströme getrennt die Brücke nutzen können, sieht die FDP skeptisch. Eine breite Brücke würde höhere Kosten verursachen. Wer soll diese Kosten tragen? Die Wasserschifffahrtsverwaltung etwa? Oder am Ende doch die Stadt Münster? Berens befürchtet, dass der Rat Anfang Juli „einen Blankoscheck unterschrieben“ habe. Die Mehrkosten in Millionen-Höhe könnten bei der Stadt hängenbleiben, so die FDP.

Auf ein technischer Problem weisen die Liberalen hin: Durch die notwendige Vergrößerung der Durchfahrtshöhe wird die künftige Brücke höher gelegen sein. Beim Bau einer Rad- und Fußgängerbrücke sei mit einer Erhöhung von 30 Zentimetern zu erreichen. Bei einem Bauewerk, das auch den Autoverkehr aufnimmt, müsse man mit einer Erhöhung „zwischen einem Meter und 1,20 Meter rechnen,“ erklärt der planungspolitische Sprecher Jürgen Reuter. Für die Radfahrer und auch die Anlieger wie das Hotel und die Tennishalle wäre das ein massives Problem. Der Vorschlag von CDU und Grünen habe etwas von einer eierlegenden Wollmichsau, merkt Berens mit spöttischem Unterton an. Die FDP fordert, die Prinzbrücke nochmals in der Bezirksvertretung und im Planungsausschuss zu diskutieren.

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