Ehrenamt auf dem Platz
Der Markierer vom TuS

Münster-Hiltrup -

Ob nach einem heißen Sommer oder einem langen Winter: Die richtige Pflege des Sportplatzes ist sehr wichtig. Und da kommt der Markierer ins Spiel. Beim TuS Hiltrup heißt er Horst Rump.

Dienstag, 24.09.2019, 16:36 Uhr
Horst Rump bleibt seiner Linie treu und bedient den Nassmarkierwagen.
Horst Rump bleibt seiner Linie treu und bedient den Nassmarkierwagen. Foto: pesa

Kräftig scheint die Sonne über die Glasurit-Arena. Einsam zieht Horst Rump munter seine Bahnen. Nicht etwa spielend oder joggend. Der 73-Jährige gehört zu einem Team („die Kollegen sind töfte!“) von insgesamt vier Ehrenamtlern, die sich um das Herrichten des rechteckigen Rasenplatzes und seine Umgebung kümmern. Dazu gehören nicht nur kleine Ausbesserungen und das Tore-Aufstellen. Denn Rump ist der Platz-Markierer.

Während seine Kollegen den Rasen mähen und die Kanten schneiden, bedient der ehemalige Betonsteinwerkerer, vorzugsweise Vormittags, den Nassmarkierwagen. Den setzt der TuS Hiltrup seit 1988 ein. Rump hat früher im Verein als Torwart in der ersten und zweiten Fußballmannschaft gespielt und weiß wie wichtig ist es, dass die Linien exakt und gut zu erkennen sind. Auch weil es in Hiltrup ja keinen Videobeweis gibt.

So liniert Horst Rump schon seit einigen Jahren regelmäßig das Spielfeld neu. Nach dem Mähen und Schneiden der Kollegen werden die Linien erst mit Kreide und Strichen fixiert. Dann geht Rump mit dem Nassmarkierwagen los. Früher brauchte er für den ganzen Platz rund 50 Liter Farbe, jetzt – dank verfeinertem System – nur noch 25 Liter: „Wenn ein Kollege sagt, er käme nicht aus mit einem Bottich, dann rufe ich hinterher, das er nicht zu langsam gehen soll“, sagt Rump, der sich über die Jahre als Markierer ein perfektes Tempo angewöhnt hat.

Immer auf Linie....

Immer auf Linie.... Foto: Peter Sauer

Alle Linien dürfen höchstens zwölf Zentimeter breit sein. Die Linien markieren außdem die Mittellinie, die Strafstoß-Marke, den Anstoßkreis und den Teilkreis am Strafraum (Radius der Kreise: 9,15 Meter), den Eck-Viertelkreis (Radius: ein Meter), den Straf - und den Torraum.

Mit dem Nassmarkierwagen liniert Horst Rump ganz nachhaltig – ohne Motor, Batterie oder Druckbehälter. Der Druckaufbau erfolgt durch das Schieben und damit Antreiben einer Zahnradpumpe. Seit der Fußball-Europameisterschaft ist der Nassmarkierwagen beim TuS im Einsatz. Zuvor wurde mit Kreide und Kalk liniert, was bei starkem Regen ungünstig war.

Auch praktisch: Die Linienbreite des Nassmarkierwagens ist einstellbar von 50 bis 120 Millimeter. „Ich brauche für den großen Platz genau 100 Millimeter“, sagt er. Jeweils zehn Liter Farbe hat Rump, der praktischerweise gegenüber der Glasurit-Arena wohnt, pro Platzrunde an Bord und mehrere hundert Meter Arbeitsstrecke vor sich: „Ausdauer und genaues Augenmaß sind ganz wichtig bei meiner Arbeit“, Denn gekleckert hat der Platz-Markierer noch nie.

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