Kalender 2020
Wie aus einem Billy-Wilder-Film

Münster-Hiltrup -

Zum dritten Mal in Folge legt das Hiltruper Museum einen Jahreskalender mit historischen Bildern vor. Der Schatz des Museums an altem Fotomaterial ist riesig und gut strukturiert. Für den neuen Kalender konnten Rita und Hans Muschinski aus dem Vollem schöpfen. Das merkt man dem Werk an, das seit einigen Tagen auf dem Markt ist.

Freitag, 27.09.2019, 11:30 Uhr
In dem neuen Kalender, dass das Hiltruper Museum mit historischen Fotos aus der Ortsgeschichte vorlegt, erinnern Rita und Hans Muschinski an den legendären Tankwart Franz Maassen.
In dem neuen Kalender, dass das Hiltruper Museum mit historischen Fotos aus der Ortsgeschichte vorlegt, erinnern Rita und Hans Muschinski an den legendären Tankwart Franz Maassen. Foto: Privat

Auffällig ist der Wechsel vom Quer- zum Hochformat. Der Kalender lässt sich somit leichter hängen. Da es aber in der Regel mehr querformatige Fotos aufgenommen werden, hat das Ehepaar Muschinski sich entschlossen, auf den meisten Monatsblättern zwei Bilder drucken zu lassen.

Das erlaubt spannende Gegenüberstellungen. Etwa an der großen Kreuzung der Westfalenstraße und der Marktallee. Ein altes Foto verrät, dass an der Stelle, an der sich das Hochhaus befindet, früher einmal eine Tankstelle gewesen ist. Bekanntlich ist die Westfalenstraße als Durchfahrtsstraße geradezu übersät gewesen mit Tankstellen. Dass sich auf dieser Straßenseite eine Tankstelle befand (und nicht dort, wo heute die Star-Tankstelle existiert) dürften nur noch die wenigsten Hiltruper wissen. Ein aktuelles Bild, das Hans Muschinski aus dem Fenster einer Arztpraxis des Neubaus aufgenommen hat, macht den Wandel augenfällig.

Wer über Tankstellen in Hiltrup spricht, darf den legendären Tankwart Franz Maassen nicht vergessen. Franz Maassen betrieb über Jahrzehnte eine Esso-Tankstelle an dieser zentralen Kreuzung und galt als der freundlichste Tankwart in ganz Westfalen. Ihm ist gleich eine ganze Seite gewidmet.

Die Fotos zeigen, wie der erfolgreiche Geschäftsmann stets auf der Höhe der Zeit war. Das Erscheinungsbild seiner Tankstelle veränderte er im Laufe der Jahrzehnte. Wer heute die alten Fotos betrachtet, könnte sich hier einen Drehort für einen Film von Billy Wilder vorstellen. So prachtvoll war das Erscheinungsbild. 1968 trat Maassen in den Ruhestand.

Als 78-Jähriger erlebte er mit, wie zu Beginn der 1980er Jahre sein Lebenswerk stillgelegt wurde. Es sollten weitere 30 Jahre ins Land ziehen, ehe dort mit dem neuen Wohn- und Geschäftshaus entstand, das „Tor zu Marktallee“ getauft wurde, was ein wenig großspurig klingt.

So ließen sich zu allen Kalenderblättern eigenen Geschichten erzählen. Wer in Hiltrup aufgewachsen ist, kennt die alte Gaststätte Soetkamp am Bahnhof, später Elvering noch. Heute steht an dieser Stelle der Lebensmittemarkt der Firma Wiewel. In Hiltrup-Ost ist direkt am Osttor eine Straße verschwunden. Ein Bild dokumentiert den in der Vergangenheit versunkenen Zustand. Hans Muschinski gibt einen Tipp zur Orientierung: Einstmals befand sich an der Kreuzung die Drogerie König. Aber wer vermag sich daran noch zu erinnern?

Der Jahreskalender 2020 ist für 19,80 Euro in der Hiltruper Buchhandlung, im Infopunkt, bei Westerholt, bei Burgholz, bei der Stadtteilbücherei St. Clemens sowie bei Schreib+Spiel am Osttor erhältlich.

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