Bundestagsabgeordneter bei „Air vital“
Pflege vor großen Herausforderungen

Münster-Hiltrup -

Eine Patientin ist eigens aus Rheine angereist. Sie will mit dabei sein im Haus Christopher des Pflegedienstes „air vital“ an der Westfalenstraße in Hiltrup, wenn der Bundestagsabgeordnete Jens Beeck die Einrichtung besucht. Es geht um die geplanten Gesetzesänderungen zur Stärkung der Reha-Zentren und der Intensivpflege.

Freitag, 04.10.2019, 19:00 Uhr
Nadine Simon (l.) und Maraike Jonkman erläuterten dem FDP-Bundestagsabgeordneten Jens Beecke, wie bei „air vital“ die Intensivpflege für Beatmungspatienten funktioniert.
Nadine Simon (l.) und Maraike Jonkman erläuterten dem FDP-Bundestagsabgeordneten Jens Beecke, wie bei „air vital“ die Intensivpflege für Beatmungspatienten funktioniert. Foto: gro

Konkret fürchtet die Patientin, dass sie künftig nicht mehr im häuslichen Umfeld gepflegt werden kann. Sie benötigt eine Betreuung rund um die Uhr, weil sie auf künstliche Beatmung angewiesen ist. „Wir müssen aufpassen, dass Menschen nicht gezwungen werden, ihr häusliches Umfeld zu verlassen“, warnt Jens Beeck, der teilhabepolitischer Sprecher der FDP-Fraktion ist. Er sieht den eklatanten Arbeitskräftemangel in den Pflegeberufen und erfährt in seinem Wahlkreis im südlichen Emsland, dass heute schon Patienten keinen ambulanten Pflegedienst mehr finden, der sie versorgt.

Seinen Fokus richtet Beeck auf Menschen mit Behinderungen. In der Theorie, so weiß er, sind ihre Rechte durch die Behindertenrechtskonvention 2009 gestärkt worden. Durch das neue Gesetzesvorhaben der Bundesregierung fürchtet er Verschlechterungen für Menschen mit Behinderungen, die zu Hause oder in Wohngemeinschaften leben.

13 Millionen Menschen mit Behinderungen gibt es in Deutschland, zwei Millionen gelten als schwerstbehindert. „Wir reden nicht von Menschen im Alter“, hält der FDP-Politiker fest.

Im Christopher-Haus leben 15 Patienten. Auf einen Patienten kommen drei bis vier Pflegekräfte, berichtet Pflegedienstleiterin Nadine Simon. Weitere fünf Patienten werden in ihrem häuslichen Umfeld betreut. Bei einer 24/7-Betreuung – also 24 Stunden an sieben Tagen der Woche – sind in der außerklinischen Intensivpflege bis zu sechs Pflegekräfte pro Patient erforderlich.

Aktuell wird der Mangel an Pflegekräften so verschärft, dass die Krankenhäuser gezwungen werden, den Bereich der Pflege zu stärken. Beeck fürchtet, dass der Wettbewerb um Mitarbeiter auf Kosten der Betreuung von Intensivpflegepatienten geht.

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