Kunst abseits des Mainstreams
Farbsatte Montagen faszinieren

Münster-Amelsbüren -

Die einen nennen es Outsider Art, also zu deutsch Außenseiter-Kunst. Andere sprechen – ganz barrierefrei – nur von zeitgenössischen Werken. Die Rede ist vom Schaffen geistig behinderter und psychisch kranker Künstler. Das Kunsthaus Kannen gibt derzeit Einblicke in eine aufregende Welt.

Montag, 21.10.2019, 16:56 Uhr aktualisiert: 22.10.2019, 17:44 Uhr
Lisa Inckmann und Professor Dieter Seifert (3. v.l.) baten einige der ausstellenden Künstler nach vorn: Stefan Dürken, Wilke Klees und Wolfgang Brandl.
Lisa Inckmann und Professor Dieter Seifert (3. v.l.) baten einige der ausstellenden Künstler nach vorn: Stefan Dürken, Wilke Klees und Wolfgang Brandl. Foto: Andreas Hasenkamp

Zeitgenössische Kunst vielgestaltiger Art und Stilformen ist seit Sonntag im Kunsthaus Kannen zu sehen, bei der 22. Jahres- und Verkaufsausstellung. Die Werke von 50 Künstlern gehören zur „Art Brut“ und „Outsider Art“.

„In diese Kunstkategorie fallen – der ursprünglichen Definition nach – Künstler, die abseits der Gesellschaft und fern von kultureller Vorbildung stehen“, schreibt das Kunsthaus. „Auch die Kunst von geistig behinderten und psychisch kranken Menschen wird heute als Outsider Art bezeichnet. Diese sogenannte „Außenseiter-Kunst“ stellt das Kunsthaus Kannen regelmäßig aus. Mit großem Erfolg.

Werke von Gastkünstlern haben nach einer Bewerbung ebenso Eingang in die Ausstellung gefunden wie solche von Künstlern aus dem Klinikkomplex der Alexianer Münster.

Bei der Vernissage half das Gitarrenspiel von Bernhard Fechner dabei, sich in einige der über 300 Werke zu vertiefen. In Landschaften und Stillleben, abstrakte Tiere, fantastische Kreaturen nicht nur aus Draht, Farbvariationen eines Hauses, farbsatte Montagen aus Fantasiewelten sowie eine Serie teil-abstrakter Porträts von Karsten Kirschke, um nur einige zu nennen. Die Auswahl ist groß und überwältigend.

Ein kleiner Einblick...

Ein kleiner Einblick... Foto: Andreas Hasenkamp

Auch Ton war Grundlage einiger Werke. Aus dem Kunsthaus Kannen beteiligen sich Johannes Bayer, Paul Berger, Wolfgang Brandl , Georg Brinkschulte, Stephan Dürken, Jürgen Essing, Hans-Jürgen Fränzer, Michael Gude, Hans-Günther Harst, Wilke Klees, Helmut Licznierski, Hermann König, Gerd Maron, Klaus Mücke, Alfred Olschewski, Hans Werner Padberg, Berni Pfitzner, Stefan Reimer, Hubertus Roerkohl, Roger Röggener, Muammer Savran, Gerd Schippel, Nicole Szlachetka, Falko Tietz, August Vibert und Walter Vieth.

„Dichten kann ich noch besser als Malen“, sagt Wolfgang Brandl. Er ist einer von sechs Autoren, die am 15. Dezember (Sonntag, 15 Uhr) an einer Autorenlesung im Kunsthaus Kannen teilnehmen. Die einstündige Veranstaltung wird unterstützt von der Schauspielerin Gabriele Brüning (Freuynde+Gaesdte).

Brandl ist Verfasser nicht alltäglicher Lebensweisheiten in ausgefeilter Dichtkunst – genau passend für die dunkle Jahreszeit: Erhellendes und Tiefsinniges.

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Die 22. Jahres- und Verkaufsausstellung am Alexianerweg 9 läuft bis zum 27. Januar 2020.

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