Interaktive Unfallkarte zeigt Gefahrenpunkte in Hiltrup
Hier kracht es am Häufigsten

Münster-Hiltrup -

Die beiden Münsteraner Gerald Pape und Dr. Thomas Terstiege haben eine interaktive Unfallkarte für Münster programmiert. Erfasst sind auch Daten für Hiltrup. Sie zeigen auf einen Blick, wo es in Hiltrup am Häufigsten kracht.

Mittwoch, 23.10.2019, 10:20 Uhr aktualisiert: 23.10.2019, 17:28 Uhr
Diese so genannte Wärmekarte hebt unfallträchtige Bereiche aus den Jahren 2008 bis 2018 hervor. Die Zahlen entsprechen der Häufigkeit der Unfälle. Offensichtlich ist: Wo viel Verkehr ist, passieren auch viele Unfälle. Spannend wird es in den Details.
Diese so genannte Wärmekarte hebt unfallträchtige Bereiche aus den Jahren 2008 bis 2018 hervor. Die Zahlen entsprechen der Häufigkeit der Unfälle. Offensichtlich ist: Wo viel Verkehr ist, passieren auch viele Unfälle. Spannend wird es in den Details.

Viele Unfallschwerpunkte reihen sich wie eine Perlenkette entlang der Marktallee auf. Die Westfalenstraße ist ebenfalls ein Unfallherd. Das alles ist keine echte Überraschung: Auf diesen beiden Straßen knubbelt sich der meiste Verkehr. Das Datenmaterial erlaubt darüber hinaus jedoch tiefere Rückschlüsse. Dazu später mehr.

Doch woher kommen die Daten überhaupt? Gerald Pape und Thomas Terstiege engagieren sich in ihrer Freizeit für das Projekt „Code for Münster“. Es geht ihnen darum, die Gesellschaft (und damit auch politische Entscheidungen) durch öffentliche zugängliche Daten transparenter zu machen. Seit knapp drei Jahren arbeiten sie deswegen unter anderem an der interaktiven Unfallkarte. Die Daten von 2007 bis 2014 haben sie über das Informationsfreiheitsgesetz von der Polizei Münster erhalten. „Die Daten ab 2015 haben wir dankenswerterweise über den ADFC und die Ordnungspartnerschaft Münster bekommen“, so Terstiege, der in Hiltrup aufgewachsen ist.

Rohdaten maschinenlesbar gemacht

Nach mehreren Versuchen ist es ihnen gelungen die Daten maschinenlesbar zu machen. Fertig ist die Karte allerdings noch lange nicht. „Es gibt das Problem, dass viele Orte in den Rohdaten nur schlecht beschrieben sind“, so Pape. Manchmal steht in einem Unfallbericht zum Beispiel einfach „Westfalenstraße“, aber nicht: Wo denn nun genau? Denkbar wäre außerdem, die Unfalldaten mit der Verkehrsdichte zu korrelieren. Dann wären schneller Rückschlüsse möglich, wo es unverhältnismäßig oft knallt.

Die Unfalldaten lassen sich detailliert filtern. Für einen Vortrag beim „Forum Citizen Science“ hat Terstiege zum Beispiel nach Unfällen „im ruhenden Verkehr“ gesucht. Dabei hat er festgestellt, dass sich in der Fahrradstraße Schillerstraße in Münster Unfälle mit parkenden Autos unverhältnismäßig häufen. „Vielleicht ein guter Hinweis dafür, dass in Fahrradstraßen ein Parkverbot herrschen sollte“, so Terstiege.

Unfallschwerpunkte in Hiltrup

Zurück nach Hiltrup: Mit Blick auf die Karte lässt sich feststellen, dass bereits an einigen Brennpunkten baulich nachgebessert wurde. An der Kreuzung Hummelbrink/Westfalenstraße wird aktuell im Zuge der Erschließung des Eschweiler-Geländes eine neue Ampel aufgestellt. An der Kreuzung Westfalenstraße/Am Roten Berge wurde nach einem schwerem Fahrradunfall ein Sperrpfosten aufgestellt, damit parkende Autos nicht mehr die Sicht an der Straßenquerung versperren.

Am Kreisverkehr Meesenstiege/Hünenburg musste die Stadt Münster in letzter Instanz Stoppschilder aufstellen, um weitere Kollisionen mit Radfahrern zu verhindern. Ob diese Maßnahmen erfolgreich sind, wird sich in der nächsten Jahresstatistik zeigen.

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