Vorrang haben die Schulen
1,67 Millionen Euro für die Stadthalle

Münster-Hiltrup -

1,67 Millionen Euro sollen für die Instandhaltung der Stadthalle Hiltrup bereitgestellt werden. Investiert wird vor allem in die Belüftungstechnik. Der politische Streit über den Sinn der Sanierungsmaßnahmen hat bereits begonnen.

Dienstag, 05.11.2019, 20:26 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 20:30 Uhr
Über eine neue Bestuhlung für die Stadthalle haben die Mitglieder der Bezirksvertretung bereits beraten. Der Rat der Stadt Münster hat dafür 250 000 Euro bewilligt. Nun sollen weitere Maßnahmen zur Instandsetzung und Sanierung beschlossen werden. Der politische Streit über den Sinn der Maßnahmen hat bereits begonnen.
Über eine neue Bestuhlung für die Stadthalle haben die Mitglieder der Bezirksvertretung bereits beraten. Der Rat der Stadt Münster hat dafür 250 000 Euro bewilligt. Nun sollen weitere Maßnahmen zur Instandsetzung und Sanierung beschlossen werden. Der politische Streit über den Sinn der Maßnahmen hat bereits begonnen. Foto: gro

Die Bestuhlung stammt aus dem Jahr 1980, als die Stadthalle Hiltrup eröffnet wurde. Das spricht für ihre Qualität und für gute Pflege – aber die alten Schätzchen sind längst abgängig. 250 000 Euro sollen in Kürze in die Anschaffung neuer Stühle investiert werden.

Nun folgen die nächsten Schritte, um die Halle zu sanieren und den Bestand zu sichern. Die Bezirksvertretung soll am Donnerstag den Baubeschluss fassen, damit es – dem Vernehmen nach – im Sommer 2020 losgehen kann. Die SPD hat bereits im Vorfeld die geplanten Maßnahmen als „Schönheitsreparaturen“ abgetan und der Rathauskoalition von CDU und Grüne vorgeworfen, die jetzigen Maßnahmen als „großen Fortschritt“ zu verkaufen.

Hat die SPD mit ihrer Einschätzung recht? Es kommt wohl auf die Perspektive an. Seit längerer Zeit fordert die SPD mit Vehemenz einen Neubau. „Wann, wenn nicht jetzt?“, sagte Dr. Michael Jung, der SPD-Oberbürgermeisterkandidat und Chef der Ratsfraktion, zu Jahresbeginn. Er drängte mit Vehemenz auf eine Investitionsentscheidung. Gegenüber einem Neubau, wie ihn die SPD fordert, können die eingeplanten 1,67 Millionen nur als ein Kleckerbetrag gesehen werden. Was lässt sich für diese Summe schon bewerkstelligen?

Die Antwort liefert die Verwaltungsvorlage, über die jetzt entschieden werden muss. Viel ist von Klimatechnik die Rede, die installiert werden soll. Das Foyer soll eine eigenständige Lüftungsanlage erhalten, ebenso der Konferenzraum im ersten Obergeschoss. Für den Saal soll es eine Kühlanlage geben.

Die Verwaltung begründet diese Investitionen in die Belüftungstechnik als Reaktion auf den allseits debattierten Klimawandel. Nur durch eine Kühlung, so heißt es, ließen sich „aufgrund steigender sommerlicher Temperaturen und zunehmender Hitzeperioden“ die Raumtemperaturen „auf ein behagliches Maß“ reduzieren. Dabei ist die Debatte über die Notwendigkeit eine leistungsstarken Klimaanlage so alt wie die Halle selbst.

Neben den Investitionen in die Belüftungstechnik stehen tatsächlich einige Schönheitsreparaturen auf dem Aufgabenzettel: So ist eine komplette Überarbeitung des Parkettbodens in der Halle vorgesehen. Auch der Garderobenbereich im Erdgeschoss wird erneuert. Diverse Malerarbeiten sollen die Stadthalle heller und freundlicher erscheinen lassen. Schließlich soll jeder sehen können, dass Geld in die Hand genommen wurde.

Ausdrücklich weist die Verwaltung darauf hin, dass diese Baumaßnahmen „unabhängig von einer gegebenenfalls später noch erforderlichen Gesamtsanierung erfolgen“. Die Entscheidung über ein Nutzung- und Betreiberkonzept wird in die Zukunft verschoben.

In der nächsten Zeit soll die Stadthalle dem benachbarten Schulzentrum als Ausweichquartier dienen. Die Sanierung der Schulen hat Vorrang. „Die jetzigen Investitionen stellen lediglich sicher, dass die Halle nicht im Ernstfall dicht gemacht werden muss“, sagt Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt und stellt klar. „Es war nie die Rede davon, dass das die endgültige Lösung ist.“

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