Tagung der Kiebitz-Experten
Ein fliegendes Küken pro Paar

Münster-Hiltrup/Amelsbüren -

50 Fachleute aus ganz Deutschland und den angrenzenden Niederlanden trafen sich in einem Experten-Workshop zum Thema „Kiebitzmonitoring in Deutschland“. Die Veranstaltung am Institut für Landschaftsökologie wurde von der Nabu-Naturschutzstation Münsterland mitorganisiert.

Mittwoch, 04.12.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 10.12.2019, 17:28 Uhr
Wärme finden die frisch geschlüpften Kiebitzküken bei ihrer Mutter – Futter suchen sie sich selbst.
Wärme finden die frisch geschlüpften Kiebitzküken bei ihrer Mutter – Futter suchen sie sich selbst. Foto: Torsten Krüger, Nabu

Einst ein „Allerweltsvogel“ auf offenen Wiesen und Feldern ist der auffällige Kiebitz heute in weiten Teilen Deutschlands im Bestand bedroht. Zwischen 1992 und 2016 ging dieser um 88 Prozent zurück. In Nordrhein-Westfalen brüten nur noch etwa 4800 Paare. Aktuell gab es auch in Münster innerhalb von nur einem Jahr eine rasante Bestandsabnahme um etwa die Hälfte. Dort wurden 2019 noch 59 Paare gezählt. Die meisten davon brüten auf Ackerflächen.

Die Gründe für die Abnahme sind vielfältig. Dazu zählen insbesondere die intensive landwirtschaftliche Flächennutzung mit der Trockenlegung von Wiesen und Weiden, starke Düngung mit zu schnell und zu dicht wachsender Vegetation, ein Rückgang der Insektennahrung sowie Gelegeverluste durch Bodenbearbeitung. Hinzu kommen Probleme mit Beutegreifern, mit der Witterung und Bejagung auf den Zugwegen.

Nach aktuellem Wissensstand ist für die Stabilisierung des Kiebitz-Bestandes ein Bruterfolg von mindestens 0,8 Küken pro Paar notwendig. Aufgerundet muss also nur eines von in der Regel vier Küken nach dem Schlupf tatsächlich flügge werden. Die Bewertung von Schutzmaßnahmen geschieht deshalb über die Kontrolle des Bruterfolges.

Als erfolgversprechende Schutzmaßnahme auf Ackerland erweist sich beispielsweise die Anlage von Feldvogelinseln. Das sind von Landwirten kurzzeitig angelegte Ackerbrachen. Dort finden Kiebitze in der Regel geeignete Plätze zum Brüten sowie ausreichend Nahrung und Deckung. Für einen deutlichen Effekt müssten solche Maßnahmen allerdings noch einen breiteren Einzug in die landwirtschaftliche Praxis finden.

Während des Workshops wurde deutlich, dass das Vorgehen bei der Ermittlung des Bruterfolgs im Gelände stark abhängig von den örtlichen Gegebenheiten ist.  

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7108421?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F138%2F
Das ändert sich mit dem Fahrplanwechsel im Münsterland
Bahnverkehr: Das ändert sich mit dem Fahrplanwechsel im Münsterland
Nachrichten-Ticker