Mehrere Bäume gefällt
Gefahr durch spröde Äste

Münster-Hiltrup -

Erbittert wurde das Waldstück verteidigt, als es um den anstehenden Neubau der Prinzbrücke ging. Dennoch sind Mitte November genau dort mehrere große Bäume gefällt worden. Wie passt das zusammen?

Montag, 09.12.2019, 23:16 Uhr aktualisiert: 10.12.2019, 05:03 Uhr
In dem Waldstück zwischen Kanal und Bahnlinie musste auch eine sehr stattliche Buche gefällt werden, erläutert der Stadtförster.
In dem Waldstück zwischen Kanal und Bahnlinie musste auch eine sehr stattliche Buche gefällt werden, erläutert der Stadtförster. Foto: gro

Wer Hiltrup nur aus der Ferne kennt, musste zuletzt den Eindruck gewinnen, zwischen Kanal und Eisenbahn befinde sich der zentrale Wald des Stadtteils. Erbittert wurde er verteidigt, als es um den anstehenden Neubau der Prinzbrücke ging.

Seit wenigen Wochen ist klar, dass er unangetastet bleiben soll. Es wird keine Auffahrtsrampe („Auf­fahrts­ohr“) zum Osttor geben. Dennoch sind Mitte November genau dort mehrere große Bäume gefällt worden. Wie passt das zusammen?

Stadtförster Ulrich Menke bestätigt gegenüber unserer Zeitung, dass in dem Waldstück sechs Buchen und zwei Eichen gefällt worden sind. Allesamt sind es stattliche Bäume, die „ausschließlich aus Verkehrssicherungsgründen gefällt wurden“, wie der Stadtförster versichert.

In weiten Kreisen in Hiltrup wird weiterhin lebhaft über die Baumfällaktion spekuliert. Es gab keine Ankündigung der Aktion; auch später gab es von offizieller Seite keine Informationen, was genau dort passierte.

„Forstwirtschaftlich gehen wir das Waldstück nicht an“, stellt Menke nun auf Anfrage unserer Zeitung klar. In den Kronen und Spitzen der Bäume seien zahlreiche Äste als Folge der extrem trockenen Sommer 2018 und 2019 abgestorben. Zudem habe man einen Pilzbefall festgestellt. Menke spricht vom Zusammenspiel verschiedener Erkrankungen.

Es seien jedoch nur die „allernotwendigsten Maßnahmen“ ergriffen worden, beteuert der Stadtförster. Selbst das Fällen der Bäume sei „sehr gefährlich“ gewesen. Die spröden Äste seien praktisch ohne Vorwarnung zu Boden fallen.

Auf der gegenüberliegenden Kanalseite zwischen Promenade und Föhrenweg hätten ebenfalls aus Gründen der Verkehrssicherheit „zwei bis drei Bäume gefällt werden müssen“.

Damit es den Bäumen und Wäldern künftig wieder besser geht, hofft der Stadtförster weiter auf viel Regen. Der Niederschlag müsse möglichst ebenmäßig fällen. Ohne reichen Segen von oben drohe das Absterben weiterer Buchen und – mit zwei- bis dreijähriger Verzögerung – der Eichen. Die Böden seien weiter sehr trocken.

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