Dicke Luft zum Jahreswechsel
Zehn mal höherer Feinstaubwert

Münster-HIltrup -

Jährlich werden bundesweit rund 4200 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern frei gesetzt, der größte Teil in der Silvesternacht – so das Umweltbundesamt. Diese Menge entspricht in etwa zwei Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland. Wie die Luft zu Silvester in Hiltrup war, haben zwei Achtklässler vom Kardinal-von-Galen-Gymnasium herausgefunden.

Donnerstag, 02.01.2020, 18:16 Uhr aktualisiert: 05.01.2020, 17:29 Uhr
Zwischen Mitternacht und 1 Uhr war der Feinstaubwert am höchsten. Nach einer kleinen „Erholung“ ging er gegen 2 Uhr noch mal leicht rauf.
Zwischen Mitternacht und 1 Uhr war der Feinstaubwert am höchsten. Nach einer kleinen „Erholung“ ging er gegen 2 Uhr noch mal leicht rauf.

Das neue Jahr begann auch in Hiltrup mit reichlich Knallerei und sprühenden Farben am Nachthimmel – an Raketen wird im Stadtteil auch zu Silvester 2019 nicht gespart. Doch was machen die vielen Feuerwerke mit unserer Luft? Diese Frage ist durch die aktuelle Diskussion um Feuerwerks- und Böllerverbote zu Silvester noch mehr in das Bewusstsein der Menschen gedrungen.

Rico Sundermann und Fabian Neuhaus , Schüler des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums, wollen die Feinstaubbelastung ganz genau messen. Und zwar nicht theoretisch, sondern praktisch und regional, wollen wissen, wie die Luft ist, die sie atmen – dort, wo sie leben und zur Schule gehen. An normalen Tagen und an besonderen Tagen, wie jetzt eben zu Silvester.

Im Rahmen ihres Jugend-forscht-Projektes haben Rico Sundermann und Fabian Neuhaus ihre eigene Messstation „KvG-Wetterbox“ zusammengebaut und programmiert (wir berichteten). An insgesamt fünf verschiedenen Punkten in Hiltrup wollen die beiden Schüler verlässliche Messdaten über längere Zeit sammeln, um die Feinstaubbelastung in Hiltrup adäquat abbilden zu können.

Nach der Stadtteilbücherei St. Clemens steht die Messstation jetzt an der Patronatsstraße, Nähe Polizei, auf einem Balkon. Zuvor mussten die jungen Forscher mit ihrem Lehrer Roland Keßelmann noch technische Probleme mit der Energieversorgung und der Online-Übertragung lösen. Jetzt läuft aber alles reibungslos. So misst die „KvG-Wetterbox“ minütlich Daten: Temperatur, relative Luftfeuchte, Luftdruck und eben die Feinstaubkonzentration.

Das Ergebnis für die Silvesternacht wurde bereits für diese Zeitung ausgewertet. „Kurz nach Mitternacht sind die Werte für die Feinstaubkonzentration auf ein Vielfaches nach oben geschnellt“ teilt KvG-Lehrer Roland Keßelmann mit. Er erinnert daran, dass seit dem 1. Januar 2005 der einzuhaltende Tagesmittelwert für PM10 in der Europäischen Union 50 Mikrogramm pro Kubikmeter beträgt, bei 35 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr.

Ganz anders jetzt die Werte von der Wetterbox an der Patronatsstraße: Mit einem Wert von über 500 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde der zulässige Durchschnittswert an Feinstaub in der Silvesternacht um das Zehnfache überschritten.

Ergebnisse zu anderen Tagen werden im Rahmen des Projektes später noch bekanntgegeben. Wer nicht so lange warten will kann sich die aktuellen Messungen der „KvG-Wetterbox“ im Internet selbst ansehen – in Echtzeit.

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