Kant-Gymnasium: Szenische Lesung der Eichmann-Protokolle
Vernarrt, übereifrig – ein Überzeugungstäter

Mittwoch, 22.01.2020, 20:30 Uhr aktualisiert: 23.01.2020, 12:54 Uhr
Harald Schandry und Bernd Surholt von den Hannoverschen Kammerspielen lasen aus den Eichmann-Protokollen.
Harald Schandry und Bernd Surholt von den Hannoverschen Kammerspielen lasen aus den Eichmann-Protokollen. Foto: gro

Die Theatergruppe „Hannoversche Kammerspiele“ trägt seit 16 Jahren in szenischen Lesungen die so genannten Eichmann-Protokolle vor Schülern vor. Am Mittwoch war die freie Theatergruppe am Immanuel-Kant-Gymnasium zu Gast. Sämtliche Oberstufenschüler nahmen an der Veranstaltung im Forum der Schule teil. Wenige Tage vor dem 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar war das gewiss ein gut gewählter Termin. Die Organisation hatte Geschichtslehrerin Barbara Hack übernommen, die auch die Veranstaltung moderierte.

Eichmann als Referent für „Judenangelegenheiten“ war bereits Protokollant der berüchtigten Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942. Er war genau im Bilde über das, was in Auschwitz geschah. „Das ist Kapazität“, sagte Kommandant Rudolf Höß ihm gegenüber mit Blick auf die rauchenden Schornsteine. Täglich wurden 10 000 Juden vergast.

Die Schuld Eichmanns sei gut nachweisbar, gaben sich Harald Schandry und Bernd Surholt in der Diskussion überzeugt, weil er keinen Dienst nach Vorschrift gemacht habe. „Er war ehrgeizig, vernarrt, übereifrig – ein Überzeugungstäter.“

Warum Eichmann das war, darauf haben die beiden Schauspieler nach eigenen Angaben keine abschließende Antwort. Sie sind aber überzeugt: „Es ist wichtig, dass man sich damit beschäftigt.“

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