Bürgerbeteiligung zum Stadtteilentwicklungskonzept für Hiltrup-Ost
Die Zukunft aktiv mitgestalten

Münster-Hiltrup -

Mehr als 230 interessierte Bürger kamen in die Stadthalle, um mitzureden bei der Entwicklung eines Stadtteilentwicklungskonzeptes für Hiltrup-Ost. Der Stadtteil soll ein kräftig wachsen. Mehr als 1000 Wohneinheiten sollen entstehen.

Mittwoch, 29.01.2020, 21:30 Uhr aktualisiert: 30.01.2020, 09:58 Uhr
Jede Menge Ideen und Anregungen: Die Nähe zur Natur schätzen viele Bewohner an ihrem Stadtteil und wollen diesen Charakter auch bewahrt wissen.
Jede Menge Ideen und Anregungen: Die Nähe zur Natur schätzen viele Bewohner an ihrem Stadtteil und wollen diesen Charakter auch bewahrt wissen. Foto: gro

„Stadtteilentwicklungskonzept“ ist ein sperriger Begriff. Viel ansprechender klingt die Einladung, die Zukunft des eigenen Stadtteils aktiv mitzugestalten. Mehr als 230 interessierte Bürger folgten dieser Einladung, kamen in die Stadthalle und diskutierten über die Zukunft von Hiltrup-Ost, das in Richtung Albersloher Weg wachsen soll. Mehr als 1000 neue Wohneinheiten sind geplant.

Dabei wurde deutlich, was aktuell auf den Nägeln brennt: Marion Kamp-Murböck, Moderatorin des Abends in der Stadthalle und geschäftsführende Gesellschafterin des Planungsbüros „Stadtraumkonzept“, das an der Erarbeitung eines Stadtteilentwicklungskonzeptes beteiligt ist, hatte schnell den Braten gerochen.

Den Verkehr rund um das Osttor erklärte sie zum „alles entscheidenden Thema“. In dieser Arbeitsgruppe herrschte der größte Redebedarf. 75 Vorschläge und Anregungen zu Einzelmaßnahmen wurden zu Papier gebracht.

Als strategische Grundlage für die Entwicklung von Hiltrup-Ost in den kommenden Jahren ist das Entwicklungskonzept anzusehen. Für die Erarbeitung nehmen sich die Planer rund ein Jahr Zeit.

Eine Bestands- und Gebietsanalyse stehen am Anfang der Arbeit. Sodann wird ein Arbeitskreis mit Vertretern von Vereinen und Institutionen gebildet. Nach den Sommerferien gibt es erneut eine große Runde. Bei der „Zukunftskonferenz“ soll es bereits konkret werden.

Bis zum Jahresende wird das eigentliche Konzept niedergeschrieben. Anfang 2021 soll es präsentiert und der Politik zum Beschluss vorgelegt werden. Je nachdem, wie schnell sich der neue Rat der Stadt Münster nach den Kommunalwahlen im September sortiert, kann es hier zu zeitlichen Verschiebungen kommen.

Eine Baureife soll „um das Jahr 2025“ gegeben sein, steckte Holger Hoffschröer den Zeitrahmen ab, auf den sich Bauwillige und Wohnungssuchende einstellen müsse. Er gehört dem Büro „RHA Reicher Haase Assoziierte“ an, das ebenfalls an der Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes beteiligt ist.

Christopher Festersen, Leiter des städtischen Planungsamtes, erläuterte, warum die Veranstaltung überhaupt gemacht werde: Die Bürgerbeteiligung trage dazu bei, dass der spätere Planungsentwurf „nicht wie ein Ufo landet und nur Fremdheit produziert“.

Bezahlbarer Wohnraum ist der große Wunsch. Die Stadt sieht dazu gute Chancen, wie sie sagt, „weil sie das Gebiet zu 100 Prozent erworben hat“. Ja, verdichtete Bebauung mit Geschosswohnungsbau wird es geben. Eine reinen Schlafstadt oder Hochhaussiedlung lehnt man ab.

Mehrfach wurde zudem der Wunsch geäußert, den vorhandenen Stadtteil zu ergänzen und den Bereich vor der Marienkirche und dem TuS-Sportplatz zu einer „Neuen Mitte“ auszubauen. Jemand brachte eine Verlagerung des TuS-Heims ins Spiel.

Die heftigsten Diskussionen gab es über den Verkehr. Bereits heute ächzt das Osttor unter dem Durchgangsverkehr. Viele In Hiltrup-Ost haben den Eindruck, der Autobahnanschluss trage massiv zu einer größeren Belastung bei. Über die verkehrstechnische Anbindung des künftigen neuen Stadtteils ließen sich die Planer noch nichts entlocken. Alles sei derzeit offen, ließen sie wissen. Das gilt womöglich auch für eine Anbindung an den Albersloher Weg.

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