Trilogie in St. Clemens großer Erfolg / Renovierung der Kirche beginnt
Die Orgel muss jetzt schweigen

Münster-Hiltrup -

Ob die Orgel nur eingepackt wird zum Schutz vor Staub oder ob sie ausgebaut werden muss? Das steht noch nicht fest. Henk Plas war auf jeden Fall jetzt der vorerst letzte Organist, der die Register ziehen durfte. Orgelwochen 2021? Plas ist gespannt, „ob das klappt“.

Dienstag, 04.02.2020, 11:12 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 17:48 Uhr
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. Foto: Andreas Hasenkamp

Bald wird sie verhüllt – oder auch ausgebaut, das ist nicht sicher. Auf jeden Fall war es fürs Erste das letzte Konzert auf der Orgel von St. Clemens, das am Sonntagnachmittag eine ungleiche Trilogie von Konzerten der Hiltruper Orgelwochen beschloss. Vielleicht auch deshalb war das Konzert sehr gut besucht – aber das galt für alle drei Konzerte der Orgelwochen. Beim ersten war es um das Zusammenspiel von Orgel, Instrumental- und Vokalmusik gegangen – mit dem Ensemble Musica Amata.

Dann kam Tomasz Adam Nowak , Hauptorganist der Stadtkirche St. Lamberti, mit einem Konzert, das das Spektrum der Möglichkeiten dieser Orgel aufzeigte, wie der Hiltruper Organist Henk Plas am Sonntag anmerkte. Hatte das erste Konzert noch weihnachtliche Klänge angeschlagen, so widmete Plas den Abschluss einem anderen Thema, dem Fest der Darstellung des Herrn.

„Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ hatte Martin Luther 1520 dazu gedichtet und eine Melodie geschaffen, die nun von zwei Komponisten auf zwei Arten zu hören war, von Bach im Sopran, von Max Reger im Pedal. Zudem hatte Plas zum Einstieg Dietrich Buxtehude( ein Lehrer Bachs), das Präludium e-Moll, gewählt, dann zwei Varianten von „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, wiederum einmal von Bach, dann von Reger. Das Mittelstück seines Konzerts bildete ein Stück moderner Literatur, Hendrik Andriessens „Premier Coral“. Als Zugabe bot Plas eine der wenigen Toccaten für Orgel, von einem weniger bekannten Komponisten, von Gaston Bélier (1863 bis 1938), einem französischen Organisten aus der Stilrichtung des bekannteren Louis Vierne.

„Sehr froh“ war der Kantor von St. Clemens über den durchgehend starken Besuch der drei Konzerte und darüber, dass Nowak hatte einspringen können für einen verunfallten Organisten. „Schön, dass es so angenommen wurde.“

Als nächstes wird die Kirche renoviert; die Orgel muss schweigen. Ob sie zum Schutz vor Staub verpackt wird oder ausgebaut werden muss, das müsse der Orgelbauer entscheiden, sagte Plas jetzt. Eventuell müsse die Orgel noch gereinigt werden.

Orgelwochen 2021? Plas ist „gespannt, ob das klappt“. Orgelkonzerte in den anderen Kirchen der Gemeinde seien denkbar, aber „noch nicht geplant“. Einige Konzerte stehen fest: am 1. März ein Konzert mit vier oder fünf Chören aus „allen Ecken“ der Pfarreien (Spenden werden der Renovierung gewidmet); am 15. März singt das Hiltruper Vokalensemble in St. Marien eine Kantate von Buxtehude, mit kleiner Orgel, Gesangssolisten und Streichern. Teile der Kantate seien bereits 2006 in Alt St. Clemens aufgeführt worden, sagte ein zufriedener Henk Plas.

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