Zweiter Berufsparcours mit dem Verein Jugendhilfe direkt
Praktisches Tun statt Youtube

Münster-Hiltrup -

Ein Minipraktikum jagt das nächste. Gerade einmal zehn Minuten stehen für jeweils eine kleine Arbeitsprobe zur Verfügung, die typisch für den jeweiligen Beruf ist. Berufsparcours nennt sich die Veranstaltung, an der am Mittwochvormittag weit mehr als 300 Jugendliche teilnahmen.

Mittwoch, 04.03.2020, 20:30 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 18:04 Uhr
Praktische Fähigkeiten waren beim Berufsparcours gefragt. Das sprach die Jugendlichen an.
Praktische Fähigkeiten waren beim Berufsparcours gefragt. Das sprach die Jugendlichen an. Foto: gro

Es geht alles Schlag auf Schlag. Ein Minipraktikum jagt das nächste. Gerade einmal zehn Minuten Zeit stehen jeweils zur Verfügung. Zeit genug für eine kleine Arbeitsprobe, die typisch für den jeweiligen Beruf ist. Berufsparcours nennt sich die Veranstaltung, an der am Mittwochvormittag weit mehr als 300 Jugendliche teilnahmen.

Wer in die Gastronomie gehen möchte, der muss unfallfrei ein Tablett mit Getränkegläsern durch den Raum balancieren können. Wer Maler werden möchte, sollte nicht zum ersten Mal einen Malerpinsel in die Hand genommen haben, weil er sich ansonsten nur über Youtube-Videos informiert.

„Die Betriebe stellen sich vor mit einer Einladung zum aktiven Tun“, sagt Hans-Werner Kleindiek , Vorsitzender des Vereins Jugendhilfe direkt, der diese Großveranstaltung in der Stadthalle mitorganisiert hat. Der Berufsparcours findet in Hiltrup bereits zum zweiten Mal in Kooperation mit dem Technikzentrum Minden-Lübbecke statt – und hat das Berufsforum alter Prägung abgelöst.

„Wir haben 1200 Übungen im Repertoire“, erzählt Karin Ressel vom Technikzentrum Minden-Lübbecke, dass sie kleineren Firmen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. Ohnehin spielt das Coachen von Firmen eine immer größere Rolle für sie. „Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt hat sich in den vergangenen drei Jahren grundlegend verändert“, sagt Karin Ressel. „Wir müssen bei den Firmen einen Umdenkungsprozess hinbekommen. Sie müssen die Jugendlichen als Kundschaft umwerben.“

Wenn den Firmen an ihrer Station des Berufsparcours auf besonders talentierte Jugendliche aufmerksam werden, sollten sie Kontakt aufbauen und diesen auch halten, rät Karin Ressel. Als Firma einfach zu sagen, der Jugendliche könne sich mal melden, reiche heute nicht mehr aus. „Dann ist die Resonanz gleich null.“

Wenn eine Firma hingegen an ihrem möglichen Wunsch-Azubi dran bleibe, dann lägen die Erfolgschancen bei mindestens 70 Prozent. Diesen Erfahrungswert gibt Karin Ressel an und er basiert auf 55 ähnlichen Veranstaltungen wie in Hiltrup, die das Technikzentrum Kassel-Lübbecke deutschlandweit organisiert. Insgesamt führt das Technikzentrum alljährlich 200 Veranstaltungen durch.

Ausgesprochen interessiert zeigt sich Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt an dem Berufsparcours. „Das ist ein Plus für alle“, brachte er seine Eindrücke auf den Prunkt. Er begrüßte auch, dass die Jugendlichen intensiv auf den Berufsparcours vorbereitet wurden. Den Jugendlichen sei klar gemacht worden, dass sie ihr Bestes geben müssten. Einschließlich eines ordentlichen Auftretens.

Als Partnerbetriebe hat der Verein Jugendhilfe direkt sein Netzwerk an Betrieben aktiviert. Von den Alexianer über BASF und Brillux bis hin zu den Stadtwerken und dem Schuhhaus Zumnorde sind zahlreiche namhafte und große Unternehmen aus Münster vertreten. Auch die Kammern und Innungen habe er einschalten können, berichtet Kleindiek.

Für ihn ist weiterhin die Aussage wichtig, dass auch Mädchen und Jungen, die von der Hauptschule kommen, ihren Weg in der Berufswelt gehen können. Der Verein Jugendhilfe direkt, der traditionell der Hauptschule eng verbunden ist, kann mittlerweile auf viele Erfolgsstorys verweisen.

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