Dudelsackspieler Klaus Oestreich musizierte auf seinem Balkon
Eine Ode an die Freude

Münster-Hiltrup -

Überall in Deutschland haben Profimusiker und Hobbyspieler am Sonntagabend zeitgleich Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ angestimmt. Klaus Oestreich spielte die Hymne mit seinem Dudelsack.

Montag, 23.03.2020, 19:02 Uhr aktualisiert: 24.03.2020, 12:44 Uhr
Von seinem Balkon aus spielte Klaus Oestreich einige Lieder mit seinem schottischen Dudelsack. Überall in Europa gab es am Sonntag im Zeichen der Corona-Krise Balkon- und Fensterkonzerte.
Von seinem Balkon aus spielte Klaus Oestreich einige Lieder mit seinem schottischen Dudelsack. Überall in Europa gab es am Sonntag im Zeichen der Corona-Krise Balkon- und Fensterkonzerte. Foto: privat

Überall in Deutschland haben Profimusiker und Hobbyspieler am Sonntagabend zeitgleich Ludwig van Beethovens „Ode an die Freude“ angestimmt. Mit Live-Musik spielten sie gegen den Blues an, der sich hier und da in der Corona-Krise breitmacht. Die Aktion kann auch als Dankeschön für alle Helfer in der Corona-Krise gedeutet werden – so halten es seit einigen Wochen die Italiener.

Die vermutlich ungewöhnlichsten Klänge waren am Sonntag in Hiltrup zu vernehmen. Das Spiel eines schottischen Dudelsacks war in der Nähe der St.-Clemens-Kirche kaum zu überhören.

Es kann nur einen geben, der in Hiltrup dazu in der Lage ist. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass Klaus Oest­reich seiner Passion für Schottland bereits seit vier Jahrzehnten nachgeht.

Um 18 Uhr stellte er sich mit „seinem Teufelsinstrument“ auf den Balkon, wie er den Dudelsack liebevoll nennt und setzte zum Spiel an. Das erste Lied erklang. Statt „Freude schöner Götterfunken“ wurde „Scotland The Brave“ geboten. Mit „Flower of Scotland“ folgte eine der inoffiziellen Nationalhymnen Schottlands. Im Gespräch mit unserer Zeitung gestand Oestreich, dass er am liebsten auch die Flagge von Schottland gehisst hätte – das weiße Andreaskreuz auf blauem Grund.

Schließlich stimmte er „Nehmt Abschied Brüder“ an. Ein Lied zum Mitsingen. An anderer Stelle in Hiltrup wurde ebenfalls gesungen. „Der Mond ist angegangen“, erklang beispielsweise an der Schumannstraße.

Ehe Oestreichs Finger nach zehn Minuten vor Kälte steif wurden, wagte er sich an die „Ode an die Freude“. Nachbarn öffneten ihre Fenster, um zu applaudieren. „Einige machten auch ein Zeichen, dass es nun gut gewesen sei“, räumt der Musiker ein. Eine Wiederholung seines Life-Konzertes sei nicht ausgeschlossen. Sein Balkon sei dafür wie geschaffen.

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