SPD fordert neue Car-Sharing-Stellplätze am Osttor
Stillstand in Sachen Ladesäulen

Münster-Hiltrup -

Das Unternehmen Stadtteilauto will Elektroautos und Ladesäulen am TuS-Platz aufstellen. In Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Münster könnte dort an der Bushaltestelle eine Mobilitätsstation entstehen. Doch das Projekt kommt nicht voran.

Sonntag, 29.03.2020, 17:14 Uhr aktualisiert: 30.03.2020, 15:13 Uhr
Das Unternehmen Stadtteilauto und die Stadtwerke wollen Stellplätze am TuS-Stadion einrichten.
Das Unternehmen Stadtteilauto und die Stadtwerke wollen Stellplätze am TuS-Stadion einrichten. Foto: Oliver Werner

Das Unternehmen Stadtteilauto will Elektroautos und Ladesäulen am TuS-Platz aufstellen – doch die Verwaltung blockiert. Das ist jedenfalls der Eindruck der SPD .

In Hiltrup gibt es bisher nur zwei Car-Sharing-Stationen – beide liegen in Hiltrup-Mitte. „Und trotz wiederholter Bemühungen des Unternehmens Stadtteilauto werden weiterhin keine zusätzlichen Stellplätze genehmigt“, kritisiert der Ortsverein in einer Pressemitteilung.

Die Verwaltung habe Anfang vergangenen Jahres den Auftrag erhalten, zu prüfen, ob weitere Stellplätze geschaffen werden können. Geschehen sei in den vergangenen 14 Monaten allerdings nichts. „Die Firma Stadtteilauto setzt sich seit langem dafür ein, ihr Angebot in Hiltrup ausweiten zu dürfen. Anstatt dies dankend anzunehmen und das Unternehmen dabei zu unterstützen, wird das Thema verschleppt. Dabei gibt es immer wieder Nachfragen nach weiteren Car-Sharing-Angeboten“, sagt Simon Kerkhoff, der SPD-Ratskandidat für Hiltrup-Ost. Gemeinschaftsautos hätten viele Vorteile, wirbt er. Sie würden den Nutzern die Anschaffungskosten für neue Autos ersparen, Flexibilität ermöglichen und die Umwelt schonen.

Woran liegt es, dass sich sich nichts tut? Am TuS Hiltrup jedenfalls nicht. Der Sportverein habe seine Unterstützung für dieses Projekt signalisiert, versichert die SPD. Nach Auskunft des Unternehmens Stadtteilauto vergibt die Stadt Münster seit längerer Zeit aufgrund ihrer Rechtsauslegung keine Stellplätze mehr. „Die Stadt Münster hätte schon ab 2017 Car-Sharing-Stellplätze im öffentlichen Raum durch Sondernutzung vergeben können“, schreibt das Unternehmen in einer Stellungnahme. In Städten wie Köln oder Berlin wird das Angebot dagegen stetig erweitert. „Wir dürfen nicht den Anschluss verlieren, zumal wir in Münster weder Straßen- noch U-Bahnen haben“, fordert Kerkhoff.

Das Unternehmen Stadtteilauto wollte in der Vergangenheit bereits sein Angebot an der Patronatsstraße ausweiten und neue Gemeinschaftsautos für den Hiltruper Bahnhof anschaffen – beides wurde von der Verwaltung abgelehnt. Doch das Unternehmen gibt nicht auf: Nun sollen neue Stellplätze für Elektroautos auf dem TuS-Parkplatz am Osttor entstehen. Dort würden die Stadtwerke sogar eine E-Ladesäule errichten, die auch von Privatpersonen genutzt werden könnte.

Zum Hintergrund: Die Stadtwerke Münster haben im Februar diesen Jahres 29 Prozent der Anteile an der Stadtteilauto Car-Sharing Münster GmbH erworben. Gemeinsam planen sie eine langfristige strategische Partnerschaft. In den kommenden zehn Jahren möchte das Unternehmen die Flotte verdoppeln und in den öffentlichen Personennahverkehr integrieren.

Die Haltestelle Loddenweg am TuS-Stadion würde gut in die Strategie der beiden Unternehmen passen: Mobilstationen sollen in Zukunft Bus und Zug, Car-Sharing-Stellplätze und eine sichere Abstellmöglichkeit für Fahrräder verbinden.

„Diese Chance darf nicht erneut vertan werden. Stellplätze für Car-Sharing-Elektroautos am Osttor wären ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft und würden das Verkehrsangebot der Menschen in Hiltrup-Ost verbreitern“, sagt der Sozialdemokrat Kerkhoff.

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