Ruderverein ARC zu Münster muss seine Feierlichkeiten zum 60. Jubiläum vorerst absagen
Ausgerechnet im Jubel-Jahr

Münster-Hiltrup -

Es ist die zweite Ruder-Saison hintereinander, die dem Akademischen Ruderclub (ARC) zu Münster verleidet wird. Im vergangenen Jahr hatte der Eichenprozessionsspinner die Alte Fahrt des Dortmund-Ems-Kanals fest im Griff. In diesem Jahr ist es dem neuartigem Corona-Virus geschuldet, dass überhaupt kein organisierter Sportbetrieb mehr stattfinden kann.

Donnerstag, 23.04.2020, 17:50 Uhr aktualisiert: 24.04.2020, 13:56 Uhr
Udo Weiß mit den neuen Club-Einteilern: Weil das Bootshaus geschlossen ist, können die Mitglieder sie nicht abholen.
Udo Weiss mit den neuen Club-Einteilern: Weil das Bootshaus geschlossen ist, können die Mitglieder sie nicht abholen. Foto: mlü

Bis einschließlich August sind alle Regatten und Vereinsevents abgesagt. Und das ausgerechnet im Jubel-Jahr: „Für uns bedauerlich, denn der Verein feiert am 21. Juli sein 60-jähriges Bestehen“, sagt Udo Weiss , der Sprecher des ARC-Vorstandes. Das Catering für die geplante Feier, die Musiker, alles abbestellt. Unklar ist, ob der Vereinsgeburtstag im Herbst oder im Rahmen des Winterballs nachgeholt werden kann. Eine Festschrift wird es aber in jedem Fall geben. Die Vorbereitungen dafür sind auf der Zielgeraden.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. In engen Grenzen können Ruderer jetzt wieder aufs Wasser. Der Dortmund-Ems-Kanal sei keine Sportstätte im Sinne der Corona-Schutzverordnung, er darf also genutzt werden. Es verhält sich ähnlich wie beim Rennradfahren auf der Landstraße.

Um der Kontaktsperre genüge zu leisten, allerdings nur im Einer oder mit einem Familienmitglied im ungesteuerten Zweier. Das Vereinshaus bleibt weiterhin geschlossen, die Mitglieder müssen sich zu Hause duschen und umkleiden. nach dem Rudern werden die Griffe von Skulls und Riemen gereinigt. Auf dem Vereinsgelände müsse Mund-Nasen-Masken getragen werden. Da es sich in diesem Sinne nicht um Vereinssport handelt, sondern um Individualsport, bittet der ARC beim Rudern auf den Club-Einteiler zu verzichten, sondern neutrale Kleidung zu tragen.

Zu schade eigentlich. Denn passend zum 60-jährigen Bestehen hat der Club neue Einteiler bestellt. Eine blaue Welle auf der Brust vermittelt Schwung, auf der Rückseite ist das Logo des Vereins übergroß und gut zu erkennen. „Produziert wurden die Einteiler in Italien, sie sind noch gerade rechtzeitig vor dem Corona-Chaos bei uns angekommen“, schmunzelt Weiss. Etwas unheimlich ist auch der Zufall, dass der neue Sponsor aus der Medizinbranche Beatmungsgeräte herstellt. Aber der Sponsor passt symbolisch auch gut zum Rudersport – Luft können die Ausdauersportler immer gut gebrauchen.

Dass einige Ruderer jetzt auf eigenen Faust aufs Wasser können, ist für viele Mitglieder eine gute Nachricht. „Wir haben Mitglieder im Verein, die legen normalerweise pro Jahr 3500 Kilometer auf dem Wasser zurück, die können nicht einfach so aufhören, sondern müssen geordnet abtrainieren“, nennt Weiss ein Beispiel. Besonders für junge Leistungssportler bedeute die Rückkehr aufs Wasser außerdem ein Stück weit lieb gewonnene Tagesstruktur.

Und was ist mit der drohenden Rückkehr des Eichenprozessionsspinners? Das ist ein ganz anderes Thema . . .

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