Kanal-Anrainer bereiten sich auf den Eichenprozessionsspinner vor
Bevor es wieder eskaliert

Münster-Hiltrup -

Der Tauchsportclub Münster und der Akademische Ruderclub (ARC) zu Münster lassen auf ihrem gemeinsamen Grundstück an der Hansestraße ein Biozid versprühen, das dem Eichenprozessionsspinner den Garaus macht.

Dienstag, 28.04.2020, 17:12 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 17:18 Uhr
Gemeinsam gegen die Raupen (v.l.): Reinhard Berger vom Tauchsportclub Münster, Gärtnermeister Peter Vogt und Udo Weiss vom ARC zu Münster ergreifen frühzeitig Maßnahmen.
Gemeinsam gegen die Raupen (v.l.): Reinhard Berger vom Tauchsportclub Münster, Gärtnermeister Peter Vogt und Udo Weiss vom ARC zu Münster ergreifen frühzeitig Maßnahmen. Foto: mlü

Folgendes Szenario: Es ist Sommer. Ein Taucher geht im Altarm des Dortmund-Ems-Kanals seinem Sport nach. Sein Schnorchel ragt nur knapp über die Wasseroberfläche heraus, der Taucher atmet ganz tief ein. Seine Lungen lechzen nach Sauerstoff. Womit er in diesem Moment nicht gerechnet hat, ist dass auf dem Wasser tausende kleine Brennhaare des Eichenprozessionsspinners schwimmen. Sie geraten in den Schnorchel und tief in die Lunge.

Keine schöne Vorstellung. Die Brennhaare lösen schon auf der Haut starken Juckreiz aus. In der Lunge kann es zu Atembeschwerden und und in seltenen, aber nicht auszuschließenden Fällen zu einem anaphylaktischen Schock kommen.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sorgen die Kanal-Anrainer jetzt frühzeitig vor. Der Tauchsportclub Münster und der Akademische Ruderclub ( ARC ) zu Münster lassen auf ihrem gemeinsamen Grundstück an der Hansestraße ein Biozid versprühen, das den Larven den Garaus macht.

Der Gärtnermeister Peter Vogt weiß, dass die Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner auch menschengemacht sind. Den natürlichen Fressfeind, den Kuckuck, „höre ich schon seit Jahren nicht mehr“. Fledermäuse und Meisen sind seltener geworden. Der Klimawandel tut sein Übriges: „Von Kollegen der Rhein-Main-Region weiß ich, dass die bereits seit zehn Jahren spritzen, jetzt wandert das Problem mit den steigenden Temperaturen zu uns nach Norden.“

„Das Biozid ist für Bienen ungefährlich und wird per Hubwagen gezielt aufgesprüht“, berichtet Udo Weiss vom ARC. Die Erfolgsquote wird bei 70 bis 80 Prozent eingeschätzt. „Ein Problem bleibt: Wir können dem Eichenprozessionsspinner keine Zuständigkeitsgrenzen beibringen.“ Weiss hofft, dass auf dem angrenzendem Leinpfad unbürokratisch geholfen wird.

Das 24-Stunden-Schwimmen „Münster Day & Night“ findet in diesem Jahr turnusmäßig nicht statt. Ob das Event im Jahr 2021 an den Start gehen kann, hängt von den Erfolgen im Kampf gegen Raupen ab.

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