Stadt Münster soll sich an den Kosten für die neue Prinzbrücke beteiligen
Will die Stadt jetzt kneifen?

Münster-Hiltrup -

Die Stadt hat Sonderwünsche für den Neubau der Prinzbrücke geltend gemacht. Die müssen bezahlt werden. Auf eine Stellungnahme der Stadt wurde am Mittwoch vergeblich gewartet. Dabei tagt heute Bezirksvertretung. Will die Stadt etwa kneifen?.

Mittwoch, 29.04.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 30.04.2020, 15:38 Uhr
An der Prinzbrücke heißt es für die Schiffer: „Kopf einziehen.“ Die geringe Durchfahrtshöhe sowie die Altersschwäche sind die wesentlichen Gründe, das Bauwerk durch einen Neubau zu erset
An der Prinzbrücke heißt es für die Schiffer: „Kopf einziehen.“ Die geringe Durchfahrtshöhe sowie die Altersschwäche sind die wesentlichen Gründe, das Bauwerk durch einen Neubau zu erset Foto: gro

Eigentlich ist alles gesagt in der Debatte über die Prinzbrücke, die sich bereits über Jahrzehnte hinzieht. Aber jetzt geht es um das liebe Geld. Und damit wird es noch einmal spannend. Bekanntlich hat die Stadt Münster einige Sonderwünsche für den Neubau des Brückenbauwerks geltend gemacht. Also muss sie sich auch an den Kosten beteiligen. Die Rede ist von einem satten sechsstelligen Betrag, den die Stadt berappen muss.

Für die heutige Sitzung der Bezirksvertretung Hiltrup wird eine offizielle Stellungnahme der Stadt Münster erwartet. Und damit auch eine Erklärung zur Übernahme der Kosten. Genau dieses mit Spannung erwartete Papier lag bis Mittwoch nicht vor.

Die Stadt will doch jetzt nicht etwa kneifen? Dieter Tüns , Leiter der Bezirksverwaltung, war daher am Mittwoch bemüht, keinerlei Unruhe aufkommen zu lassen und allen Gerüchten entgegen zu treten. Die Verwaltungsvorlage werde „rechtzeitig am Donnerstagnachmittag vorliegen“, erklärte er.

Gegenüber unserer Zeitung kündigte Tüns zudem an, die Verwaltung werde präsent sein und die Stellungnahme der Stadt Münster gegenüber den Mitgliedern der Bezirksvertretung Hiltrup erläutern. Natürlich, so räumte er ein, falle eine Entscheidung nicht leicht in einer Zeit, in der auch die Stadt Münster feststellt, wie ihr die Einnahmen in Millionenhöhe wegbrechen.

Und für die Stadt Münster wird es teuer. Nach Informationen unserer Zeitung soll sie sich mit 2,5 Millionen Euro am Neubau der Prinzbrücke beteiligen. Der Hintergrund ist allgemein bekannt: Der Bund als Eigentümer der Brücke ist lediglich verpflichtet, einen Ersatzbau mit der bisherigen Breite zu finanzieren. Den aktuellen Verkehrsverhältnissen würde das in keiner Weise gerecht, argumentieren zahlreiche Hiltruper. Unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit müsse eine breitere Brücke her. Sie müsse über genügend Platz verfügen für die vielen Radfahrer, die täglich das Brückenbauwerk nutzen. Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt gehört zu den vehementen Befürwortern einer verbreiterten Brücke. SPD und FDP hatten jüngst aus Sorge um die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger sogar den Bau einer weiteren Brücke vorgeschlagen. Konkret hieße das: Es würden drei Brücken auf engsten Raum gebaut.

Diese Diskussionen wären der Stadt Münster erspart geblieben, wenn es bei der jahrelang favorisierten Lösung mit dem Auffahrtsohr geblieben wäre. Diese Variante, die die Stadt Münster nach Angaben der zuständigen Wasser- und Schifffahrtsbehörde keinen Cent gekostet hätte, hatte der Rat im vergangenen Jahr gekippt. Der Bezirksvertretung steht in dieser Frage lediglich ein Anhörungsrecht zu. Die Entscheidung fällt im Rat.

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