Büchereien öffnen wieder – allerdings unter strengen Auflagen und mit zahlreichen Geboten
Nur mit Maske und viel Abstand

Münster-Hiltrup/Münster-Südost -

Viele Leser und Leserinnen haben die Büchereien schmerzlich vermisst. Nun öffnen sie wieder, wenn auch zunächst noch hin reduzierter Form.

Dienstag, 12.05.2020, 17:59 Uhr aktualisiert: 13.05.2020, 17:26 Uhr
Trotz aller Auflagen – Magdalena Faber (l.) und Maria Determann sind froh, dass die Stadtteilbücherei St. Clemens wieder geöffnet ist.
Trotz aller Auflagen – Magdalena Faber (l.) und Maria Determann sind froh, dass die Stadtteilbücherei St. Clemens wieder geöffnet ist. Foto: isa

„Bitte warten, Sie werden hineingebeten! Maskenpflicht! Markierungen beachten!. . . “ Unter zahlreichen Auflagen und mit merkbaren Einschränkungen haben in dieser Woche die ersten Büchereien wieder geöffnet. Dennoch überwiegt die Erleichterung bei den Nutzern und Nutzerinnen: „Endlich kann ich mir neue CDs von den Drei Fragezeichen und von den Teufelskickern aussuchen“, freut sich der neunjährige Mio in der Hiltruper Stadtteilbücherei St. Clemens.

„Wir sind alle froh, dass der Ausleihbetrieb wieder angelaufen ist“, erklärt die Leiterin der Bücherei, Magdalena Faber . Gemeinsam mit ihrem Team entwickelte sie ein Konzept, das „größtmögliche Sicherheit für die Besucher, aber auch für unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter bietet“.

Dazu gehört für alle die Pflicht, Gesichtsmasken zu tragen und Abstand zu halten. Schon vor der Tür warten die ersten Anweisungen: Wer nur Medien abgeben möchte, kann diese „kontaktlos“ in speziell dazu bereit stehende Plastikkörbe geben. „Diese Bücher kommen dann zunächst in eine 72-stündige Quarantäne im Wintergarten“, erklärt Magdalena Faber. So könne man sicherstellen, dass alles, was man später zum Entleihen herausgebe, virenfrei sei.

Wer die Bücherei-Räume betritt, wird gebeten, die Hände unter einem Pumpspender zu desinfizieren. Anschließend werden der Leserausweis eingescannt und die Personalien aufgenommen. Dann kann die Büchersuche losgehen. Per „Einbahnstraße“ ist mit Pfeilen ein Weg durch die Bücherei markiert, die Treppe in die erste Etage darf man nur einzeln benutzen, der Notausgang fungiert als Ausgang, „um unnötige Begegnungen zu vermeiden“, so Magdalena Faber. Die Öffnungszeiten sind wegen des verkleinerten Teams noch eingeschränkt: „Viele unserer Ehrenamtlichen sind schon älter, ihnen ist natürlich freigestellt, ob sie kommen“, berichtet die Bücherei-Leiterin. Sie freue sich, zurzeit Unterstützung von jungen Leuten zu erhalten, etwa von früheren Praktikanten.

Gleich am ersten Öffnungstag seien viele Besucher erschienen, berichtet Mitarbeiterin Maria Determann hinter der Plexiglasscheibe. Zwar habe man auch während der Schließungszeit in gewissem Umfang Bücher ausgeliefert, was gerade Familien mit Kindern gern angenommen hätten. Gerade die Älteren seien mit dem Online-Bestellformular jedoch oft überfordert gewesen und hätten sich auf den persönlichen Besuch gefreut.

Eine Dame mittleren Alters steuert zielstrebig ein Regal an, entnimmt zwei Bände und macht sich gleich wieder auf den Weg zur Ausleihtheke. So sollte es im Idealfall sein. „Zurzeit ist es sinnvoll, den Aufenthalt möglichst kurz zu halten“, betont Magdalena Faber. Langes Aussuchen und gemütliches Schmökern müsse auf spätere Zeiten verschoben werden. „Daher haben wir alle Stühle vorübergehend entfernt“, so die Bücherei-Leiterin. Auch, wer sich trotz aller Sicherheitsmaßnahmen noch nicht in die Bücherei traut, kann beruhigt sein: „Die Ausleihfrist wird zunächst automatisch für alle bis zum 20. Juni verlängert“, so Magdalena Faber. Dann sehe man weiter.

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