SPD will Liegewiese ganzjährig nutzen – zum Beispiel für Kulturveranstaltungen
Das Freibad als Konzertgelände

Münster-Hiltrup -

In den 1980er- und 1990er-Jahren fanden auf dem Freigelände an der Hohen Ward mehrere große Open-Air-Konzerte statt, die viele noch in Erinnerung haben. Die Simple Minds waren hier, Herbert Grönemeyer auch. Die SPD will an diese Zeiten anknüpfen – und das Freibad ganzjährig nutzen.

Montag, 06.07.2020, 16:48 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 16:44 Uhr
Simon Kerkhoff (l.) und Dr. Michael Jung fordern eine ganzjährige Nutzbarkeit des Freibadgeländes.
Simon Kerkhoff (l.) und Dr. Michael Jung fordern eine ganzjährige Nutzbarkeit des Freibadgeländes. Foto: SPD Hiltrup

Seit knapp einer Woche hat das Freibad Hiltrup wieder geöffnet – allerdings nur für eine begrenzte Besucherzahl. Wie berichtet, können sich Badegäste online für ihren Freibad-Besuch anmelden. In den vergangenen Tagen wurde dieses Werkzeug jedoch kaum genutzt: Sowohl am gestrigen Montag als auch stichprobenartig in der vergangenen Woche wurde kaum ein E-Ticket gelöst.

Doch von diesen Corona-Kalamitäten einmal abgesehen, wünschen sich viele Hiltruper schon lange, dass mehr am Freibad los ist. In den 1980er- und 1990er-Jahren fanden auf dem Freigelände an der Hohen Ward mehrere große Open-Air-Konzerte statt, die viele noch in Erinnerung haben. Die Simple Minds waren hier, Herbert Grönemeyer auch.

Als vor einigen Jahren bekannt wurde, dass die Stadtwerke Münster die Bäder in Münster übernehmen sollen, schien der Traum von neuen Veranstaltungen zum Greifen nah. Sogar die Stadtwerke selbst befeuerten im Gespräch mit unserer Zeitung die Idee von einer Konzertreihe auf der Freifläche östlich der Schwimmerbecken. Doch bekanntlich wurde nichts daraus – die Überführung der Bäder in eine Betriebsgesellschaft unter Stadtwerke-Regie scheiterte 2019 aus steuerrechtlichen Gründen.

Jetzt greift die SPD den Faden auf. Sie fordert eine ganzjährige Nutzbarkeit des Freibadgeländes. Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung sagt dazu in einer Pressemitteilung: „Eigentlich eine Verschwendung für so eine große Fläche. Wir werden uns daher dafür einsetzen, dass ein Konzept entwickelt wird, damit diese Fläche auch außerhalb der warmen Sommermonate geöffnet werden kann.“

Ideen hat die Hiltruper SPD schon gesammelt. „Ein kleiner Kletterpark, eine Frisbeegolfanlage oder die Umwandlung zu einem kleinen öffentlichen Park – das alles wäre möglich. Natürlich soll die Fläche nicht den Besucherinnen und Besuchern des Freibads verloren gehen. Aber wir wollen unbedingt dafür sorgen, dass die Wiese nicht nach jeder Freibadsaison erneut für mindestens acht Monate hinter einem Zaun verriegelt wird“, äußert Simon Kerkhoff, der SPD-Ratskandidat für Hiltrup-Ost.

Die Sozialdemokraten haben deswegen einen Prüfantrag bei der Verwaltung eingereicht. In diesem äußern sie zudem die Forderung, dass die Toilettenanlagen des Freibads für Gruppen, die am See und in der Hohen Ward Sport treiben, geöffnet werden sollten.

„Es gibt viele Ideen und wir müssen schauen, was realisierbar ist. Aber eines steht fest: Die aktuelle Situation ist für alle Beteiligten höchst unbefriedigend. Nach Schließung des Freibads um spätestens 20 Uhr könnte man im Sommer sicherlich die große Wiese zum für Veranstaltungen nutzen“, so Jung. Kerkhoff ergänzt: „Klar, heute ist vieles strikter reglementiert. Aber mit einem guten Sicherheitskonzept sind vielleicht sogar Open-Air-Veranstaltungen denkbar, die eine Unterstützung für die gebeutelte Kultur-Branche wären.“

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