Corona-Krise betrifft auch die Arbeit der Gemeindediakonie Hiltrup
„Viele Kontakte sind abgebrochen“

Münster-hiltrup -

Mitarbeiter der Gemeindediakonie diskutierten mit Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt

Mittwoch, 22.07.2020, 17:46 Uhr aktualisiert: 23.07.2020, 15:50 Uhr
Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (3.v.r.) diskutierte mit Mitgliedern von Gemeindediakonie und Westfalenfleiß.
Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (3.v.r.) diskutierte mit Mitgliedern von Gemeindediakonie und Westfalenfleiß. Foto: isa

Wo drückt der Schuh? Und was läuft eigentlich ganz gut? Zum Austausch über diese Themen hatte die Gemeindediakonie Hiltrup Vertreter des Bereichs „Arbeit und Wohnen“ von Westfalenfleiß sowie Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt eingeladen. Natürlich standen in der Diskussion die Auswirkungen der Corona-Krise ganz oben auf der Liste. „Viele Kontakte älterer Menschen sind in den letzten Monaten einfach abgebrochen“, erklärte Ursula Hannay vom Vorstand der Gemeindediakonie, deren Schwerpunkt auf der Seniorenarbeit liegt.

Beratung und Begleitung älterer Menschen sind das „Kerngeschäft“ der Gemeindediakonie. Daraus entwickelten sich mehrere, inzwischen gut eingeführte Projekte. So etwa das „Komm-Mit-Konzept“, das Begleitungen zu Kulturveranstaltungen organisiert, sowie verschiedene Quartiers- und Nachbarschaftsangebote. Die Pandemie und ihre Folgen wirkten sich allerdings verheerend auf die Arbeit aus: Kulturangebote fielen weg, Besuchsverbote und Abstandsregeln beherrschten den Alltag.

Viele Ältere hätten sich zu Hause eingeigelt und seien vereinsamt, berichteten Hannay und die hauptamtliche Mitarbeiterin der Gemeindediakonie, Gisela Riedel. Manche hätten sich regelrecht verändert und seien nicht mehr gewöhnt, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Sie in den nächsten Wochen zu erreichen und zurück in die Gesellschaft zu holen, sei ein großes Anliegen. „Bevor die dunklen Monate kommen.“

Der Vorschlag, zu diesem Zweck ein Zelt auf der Wiese hinter der Kirche aufzuschlagen und dort niederschwellige Begegnungen zu ermöglichen, wurde vom Bezirksbürgermeister sofort unterstützt: „Fragen Sie bei der Stadtteiloffensive oder dem Hiltruper Museum nach Zelten, ich kümmere mich um die Bestuhlung“, wurde Joachim Schmidt schnell konkret.

Ein weiteres Thema war die Kooperation der Gemeindediakonie mit der Westfalenfleiß-Gesellschaft, die am Oedingteich eine Wohngruppe für 13 Menschen, vorwiegend mit geistiger Behinderung, eingerichtet hat. „Die Bewohner sind im Stadtteil gut integriert und fühlen sich hier willkommen“, freute sich Wohnbereichsleiter Martin Hülsbusch. Sie hätten zwar unter den Corona-bedingten Besuchseinschränkungen gelitten. „Aber wir konnten jeder Station ein Tablet und WLAN-Zugang bieten, so dass Kontakte nach außen möglich blieben“, so Hülsbusch. Inzwischen seien Besuche – unter Auflagen – wieder möglich: „Unsere Bewohner freuen sich sehr darauf!“ Auch seine Kollegin Anne Schulte verwies auf die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindediakonie. „Ich denke etwa an Malaktionen, gemeinsames Singen und besonders an die Boulegruppe, die Gerd Lübbert ins Leben gerufen hat und die sich großer Beliebtheit erfreut.“

Lübbert, Vorstandsmitglied der Gemeindediakonie, erläuterte seine Idee, Jugendliche könnten behinderten Menschen Hilfestellungen bei PC- und Tablet-Problemen geben. „Wir haben in Hiltrup zwei Gymnasien, haken Sie dort einmal nach“, riet Schmidt.

Weitere Wünsche der Gemeindediakonie nahm der Bezirksbürgermeister als Anregungen mit nach Hause: Busverbindungen der Linie 18, die vor der evangelischen Kirche hält, auch am Sonntag sowie mehr Sitzgelegenheiten an der Marktallee und ein Lebensmittelladen in Amelsbürens Mitte.

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