„Quartierskonferenz“ nimmt Nachbarschaftshilfe in den Blick
Neue Ideen für Hiltrup-Ost

Münster-Hiltrup -

Vor ziemlich genau fünf Jahren ist die altengerechte Quartiersentwicklung in Hiltrup-Ost gestartet. Was ist seitdem passiert – und wie lassen sich das Zusammenleben und das Altwerden im Ortsteil Hiltrup-Ost weiter verbessern? Im TuS-Zentrum fand dazu am Dienstagabend die erste „Quartierskonferenz“ mit mehr als 20 Teilnehmern statt.

Mittwoch, 14.10.2020, 17:32 Uhr aktualisiert: 21.10.2020, 17:02 Uhr
Der Aufbau eines nachbarschaftlichen Hilfsnetzes stand im Fokus der Quartierskonferenz (oben l.) – die Gesundheitsmeile (oben r.) soll wenn möglich nachgeholt werden. Neue Veranstaltungsformate für den Emmerbachtreff (unten r.) wurden ebenfalls angeregt.
Der Aufbau eines nachbarschaftlichen Hilfsnetzes stand im Fokus der Quartierskonferenz (oben l.) – die Gesundheitsmeile (oben r.) soll wenn möglich nachgeholt werden. Neue Veranstaltungsformate für den Emmerbachtreff (unten r.) wurden ebenfalls angeregt. Foto: mlü

Die Quartiersentwicklerin Karin Grave vom städtischen Sozialamt startete mit einem Rückblick: Die Begegnungsstätte Emmerbach wurde eingerichtet, Mieter ist das DRK . Geleitet wird der Treffpunkt von Johanna Buschkühl. Er ist Schauplatz zahlreicher Kursangebote und geselliger Veranstaltungen geworden.

Zweimal wurde eine „Gesundheitsmeile“ am Osttor veranstaltet. Die Aktion sollte im Sommer wiederholt werden – doch Corona kam dazwischen. Etabliert sind der Mittagstisch, Reha-Sportangebote und Beratungstermine. Neu sind der Spaziertreff und Rikschafahrten.

Der Ortsteil steht vor großen Veränderungen: In Hiltrup-Ost soll nördlich des Osttores das mit Abstand größte und bedeutsamste Baugebiet im Stadtbezirk entstehen. In der Prioritätenliste der Stadt ist das Baugebiet ganz weit oben und gehört zu den stadtweit acht wichtigsten Baugebieten. Allerdings ist das Projekt ins Stocken geraten.

Eigentlich sollte es bereits im Herbst eine große Bürgerversammlung zum Stadtteilentwicklungskonzept geben. Der mehrstufige Beteiligungsprozess soll stattdessen weitgehend ins Netz verlagert werden, berichtet Grave. Die Quartiersentwicklerin setzt sich dafür ein, dass besonders für Menschen ohne Technikkenntnisse zusätzlich eine Versammlung von Angesicht zu Angesicht angeboten wird.

Mobilität im Alter bleibt ein wichtiges Thema. Der Rufbus „Loop“ löst viele Probleme, an der sich die Quartierentwicklung jahrelang die Zähne ausgebissen hat: „Die Wege aus der Ringstraßensiedlung zur Bushaltestelle sind ansonsten schon sehr weit“, so Grave.

Angestrebt werden eine Kooperation mit der Volkshochschule und dem Verein für Gesundheitssport. Der Aufbau eines nachbarschaftlichen Hilfsnetzes stand war ein Schwerpunkt der Konferenz: In Kleingruppen wurden Erfahrungen ausgetauscht und Ideen gesammelt. Gisela Riedel von der Gemeindediakonie warb um ehrenamtliche Beteiligung.

Die anwesenden Hiltruper konnten berichten, dass bereits jetzt nachbarschaftliche Unterstützung zum Alltag gehört. In den ganz schlimmen Corona-Zeiten im Frühjahr habe sich zudem eingebürgert, für Senioren aus der Risikogruppe einkaufen zu gehen.

Neue Veranstaltungsformate für den Emmerbachtreff wurden ebenfalls diskutiert: Angedacht wurden regelmäßige Fahrradtouren, Doppelkopfrunden und ein neuer Nachmittagstermin für das Kinderwagen-Café für Eltern mit ihren Kindern.

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