Ehrung
Träger des Fritz-Reuter-Literaturpreises

Münster-Hiltrup -

Der Autor Gisbert Strotdrees aus Hiltrup wird mit dem Fritz-Reuter-Literaturpreis 2020 ausgezeichnet. Er hat Erkenntnisse aus dem „Westfälischen Flurnamenatlas“ so aufbereitet, dass Zusammenhänge, Besonderheiten und Entwicklungslinien von Sprache und Landschaft klar vor Augen treten. Namen wie den „Bült“ kennt jeder.

Donnerstag, 05.11.2020, 15:30 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 19:22 Uhr
Gisbert Strotdrees aus Hiltrup ist Träger des Fritz-Reuter-Literaturpreises 2020.
Gisbert Strotdrees aus Hiltrup ist Träger des Fritz-Reuter-Literaturpreises 2020. Foto: pd

Normalerweise wäre Gisbert Strotdrees jetzt in das mecklenburgische Stavenhagen gereist, um am Samstag den Fritz-Reuter-Literaturpreis entgegen zu nehmen. Der Redakteur beim Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben wird für sein Buch „Am Anfang war die Woort“ mit diesem Literaturpreis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert. Die Festveranstaltung wurde jedoch Ende vergangenen Woche abgesagt. Der Autor kann sich vorstellen, dass im kommenden Jahr zumindest eine Vortragsveranstaltung in Stavenhagen, dem Geburtsort des Dichters Fritz Reuter, stattfinden wird. Sein Buch basiert auf einer Artikelserie des Autors im „Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben“. Dort hat Gisbert Strotdrees die Erkenntnisse aus dem „Westfälischen Flurnamenatlas“, einem Langzeitprojekt der wissenschaftlichen Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens, für ein breites Publikum aufbereitet. Er leistete dabei eine Übersetzungsarbeit, indem er die Ergebnisse sprachwissenschaftlicher Grundlagenforschung so aufbereitet, dass Zusammenhänge, Besonderheiten und Entwicklungslinien von Sprache und Landschaft klar vor Augen treten. Sprachlich und fachlich überzeugend schafft er etwas, das nach Meinung der Jury beispielgebend für viele weitere Regionen ist. Das Buch ist aus Sicht der Jury zudem eine neuerliche Einladung zum Kennen- und Liebenlernen des Plattdeutschen. Alte Flurnamen begegnen übrigens auch den Münsteranern auf Schritt und Tritt. „Bült“ oder „Am Breul“ sind nur zwei Beispiele dafür.

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