Wilfried Stein nach seiner Wahl
„Für heute bin ich sehr froh“

Münster-Hiltrup -

Der neue Bezirksbürgermeister Wilfried Stein setzt auf eine möglichst breite Zusammenarbeit aller Fraktionen. Doch streit gehöre auch zur Demokratie, sagte er.

Samstag, 07.11.2020, 11:10 Uhr
Blumen zur Wahl: Der neue Bezirksbürgermeister Wilfried Stein erhielt im Stadtweinhaus Glückwünsche von allen Seiten.
Blumen zur Wahl: Der neue Bezirksbürgermeister Wilfried Stein erhielt im Stadtweinhaus Glückwünsche von allen Seiten. Foto: gro

Unverhoffte Möglichkeiten, die sich ergeben, müsse man am Schopfe packen, erklärte Wilfried Stein , als er das Amt des Bezirksbürgermeisters übernommen hatte. Er selbst hat die Chance genutzt, als Grüne , SPD, Linke und FDP eine Vereinbarung trafen, gemeinsam einen grünen Kandidaten zu wählen. Die Grünen sind die zweitstärkste Kraft in der neuen Bezirksvertretung.

Noch vor wenigen Wochen sei für ihn all das, was sich nun entwickelt habe, nicht vorstellbar gewesen, bekannte Stein und stellte fest: „Für heute bin ich sehr froh, dass ich hier sitze.“

„Ganz neue Strukturen“, gebe es nun in der Bezirksvertretung Hiltrup, hob er hervor. Erstmals gebe es im Stadtbezirk Hiltrup einen Bezirksbürgermeister, der nicht von der CDU gestellt werde. Zudem komme der Bürgermeister für den Stadtbezirk Hiltrup, der sich aus Hiltrup, Berg Fidel und Amelsbüren zusammensetzt, erstmals aus dem Stadtteil Berg Fidel.

Dieser Punkt scheint Wilfried Stein besonders wichtig zu sein, denn dazu äußerte er sich ausführlicher. „Ich finde das bemerkenswert, wenn 50 Jahre nach Realisierung des Städte- und Wohnungsbauprojektes Berg Fidel erstmals ein Bezirksbürgermeister aus diesem Stadtteil kommt. Ohnehin sei die Zahl der Bezirksvertreter aus Berg Fidel so groß wie nie, ergänzte er.

Stein kündigte an, auf eine möglichst breite Zusammenarbeit aller Fraktionen zum Wohle der Stadt zu setzen. Er bot allen Mitgliedern der Bezirksvertretung seine Kooperation an. Ausdrücklich hob er dabei hervor: „Tatsächlich mit allen Mitgliedern“. Er selbst wolle seine Erfahrung und seine Fähigkeiten für das Bezirksbürgermeisteramt zum Wohle der Bürger und der Bezirksvertretung einbringen. Stein sagte weiter, er hoffe, dass die meisten Beschlüsse „in gutem Einvernehmen“ getroffen werden könnten. Auch das Streiten gehöre zum demokratischen Prozess.

Zu Stellvertretern wurden der CDU-Politiker Christoph Kunstlewe aus Hiltrup sowie der Sozialdemokrat Friedhelm Schade aus Amelsbüren gewählt. Einen dritten Stellvertreter, wie von der CDU vergeblich beantragt, gibt es nicht.

Die Liste eins, getragen von Grünen, SPD, Linken und FDP, vereinte zehn Stimmen auf sich. Die Grünen zeigten sich in einer Mitteilung erleichtert, dass die AfD bei dieser Lösung nicht das Zünglein an der Waage war.

Zu den beiden ersten Gratulanten zählten die Co-Sprecherin der Grünen-Fraktion, Julia Burkhardt, sowie CDU-Fraktionschef Martin Schulze-Werner.

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