Mobilitätsfragen bewegen Hiltrup-Ost
„Dann ist wieder alles dicht“

Münster-Hiltrup -

„Sind die „Planer“ des Planungsbüros oder Vertreter der Stadt Münster jemals morgens zu Schulbeginn, mittags zu Schulschluss oder nachmittags zum Feierabend am Osttor unterwegs gewesen?“ In Hiltrup-Ost wird weiterhin munter über das Stadtteilentwicklungskonzept debattiert.

Samstag, 14.11.2020, 12:01 Uhr
Neben den Verkehrsproblemen auf dem Osttor ist die Gestaltung des bestehenden Zentrums ein großes Thema. Reicht der Platz aus für einen neuen Lebensmittelmarkt und eine russisch-orthodoxe Kirche, deren Bau seit Jahren im Gespräch ist?
Neben den Verkehrsproblemen auf dem Osttor ist die Gestaltung des bestehenden Zentrums ein großes Thema. Reicht der Platz aus für einen neuen Lebensmittelmarkt und eine russisch-orthodoxe Kirche, deren Bau seit Jahren im Gespräch ist? Foto: gro

„Hiltrup-Ost wird dem Verkehrsinfarkt nähergebracht“, stellt ein Anwohner aus Hiltrup-Ost, der sich online an der Zukunftskonferenz der Stadt Münster beteiligt. Und er fragt verärgert: „Sind die „Planer“ des Planungsbüros oder Vertreter der Stadt Münster jemals morgens zu Schulbeginn, mittags zu Schulschluss oder nachmittags zum Feierabend am Osttor unterwegs gewesen?“

Der Verkehr auf dem Osttor ist von Beginn an ein ganz sensibles Thema bei allen Debatten um das künftiges Neubaugebiet gewesen. Das nimmt so dramatische Züge an, dass sich Interessenten, die in einigen Jahren gerne in Hiltrup-Ost wohnen möchten, fast schon ein bisschen befremdet reagieren.

An Lösungsvorschlägen mangelt es nicht: Für den Kreuzungsbereich zum Albersloher Weg fordert ein Nutzer einen Kreisverkehr. „Die Staus (nur 3x /Tag) entstehen durch eine unsinnige Ampelschaltung.“

In die Debatte schaltet sich auch Münsters ehemals ranghöchster Verkehrspolizist, der leitende Polizeidirektor a. D. Udo Weiss ein. Auch er sieht den Knotenpunkt als „unzureichend“ ausgebaut an. „Wenn jetzt noch das neue Baugebiet dazu kommt, sind alle wieder total überrascht, dass alles dicht ist“, sagt Weiss im Gespräch mit unserer Zeitung. Er erkennt ein Planungsproblem: „Das ist das alte Dilemma hier in der Stadt, dass erst die Baugebiete erschlossen werden, die Anbindung im Netz aber keine Berücksichtigung findet.“

Es gibt ein zweites Thema, bei dem ein zentraler Punkt bislang offenbar keine Berücksichtigung gefunden hat. Das bestehende Zentrum am Osttor soll ergänzt und aufgewertet werden. Dabei können sich die Planer weitere Dienstleister, Einzelhändler und einen Vollsortimenter vorstellen. Wo und wie genau – das bleibt vage. Wird man sich am Ende entscheiden müssen zwischen dem Bau eines Supermarktes und einer Kirche für die russisch-orthodoxe Gemeinde?

Im Gespräch mit unserer Zeitung stellt Denis Zimin, Mitglied der Gemeinde fest: „Ich denke schon: die Kirche kommt.“ Die politischen Weichen seien gestellt. Die Gemeinde habe ihre Hausaufgaben gemacht. „Der Vertrag liegt auf dem Tisch, es sind nur noch Kleinigkeiten abzustimmen.“ Eine Entscheidung über den Standort war im Frühjahr 2018 durch den Verwaltungsvorstand der Stadt Münster getroffen worden. Bis zum Sonntag kann auf einer Internetseite zum Stadtteilentwicklungskonzept mitdiskutiert werden (www.beteiligung-hiltrup-ost.de). Die Diskussion in unserer Zeitung geht auf jeden Fall weiter.

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