Stadtteilmanagerin Daniela Ulbrich ist seit 100 Tagen am Start
Zusammenführen und vernetzen

Münster-Hiltrup -

Stadtteilmanagerin Daniela Ulbrich hat ihr Amt zum 1. November angetreten. Unser Redakteur Michael Grottendieck sprach mit ihr über den Start in der Zeit des Lockdowns.

Dienstag, 16.02.2021, 17:58 Uhr aktualisiert: 17.02.2021, 13:11 Uhr
Stadtteilmanagerin Daniela Ulbrich: „Hiltrup hat schließlich noch viel mehr zu bieten.“
Stadtteilmanagerin Daniela Ulbrich: „Hiltrup hat schließlich noch viel mehr zu bieten.“ Foto: gro

Die zunächst auf drei Jahre befristete Stelle als Stadtteilmanagerin wird finanziert von der Stadt Münster sowie dem Wirtschaftsverbund Hiltrup und der Stadtteiloffensive. Die Anstellung ist erfolgt beim Wirtschaftsverbund.

 

Wie lange können Einzelhandel und Gastronomie nach Ihrer Einschätzung noch durchhalten?

Daniela Ulbrich : Sowohl bei den Einzelhändlern als auch den Gastronomen ist viel Verständnis für den Lockdown da und man hatte sich bereits darauf eingestellt, dass dieser über Mitte Februar hinaus verlängert wird. Eine Mehrheit spricht sich dafür aus, den Lockdown nicht zu frühzeitig zu beenden, um einen dritten Lockdown unbedingt zu verhindern und wieder langfristig öffnen zu dürfen. Damit die Luft nicht dünn beziehungsweise noch dünner wird, ist es essenziell, dass die zugesagten Hilfsgelder in Kürze tatsächlich ausgezahlt werden.

Wir erleben alle, wie wenig lebendig der Ort ohne Einzelhandel ist. Worauf sollten die Gewerbetreibenden künftig verstärkt setzen?

Ulbrich: Der große Wettbewerbsvorteil gegenüber dem anonymen Kauf im Internet ist der persönliche Umgang mit dem Kunden. Eine umfassende, persönliche Beratung und das freundliche Miteinander sollten daher weiterhin im Fokus stehen. Um insbesondere auch jüngere Zielgruppen zu erreichen, sind die Digitalisierung voranzutreiben und moderne Kommunikationskanäle zu nutzen.

Gegenwärtig läuft eine gemeinsame Aktion des Wirtschaftsverbundes und unserer Zeitung, die einen Blick auf die Menschen, wirft die hinter den ortsansässigen Unternehmen stehen. Was können die Kunden in der gegenwärtigen Lage tun?

Ulbrich: Die vom Lockdown betroffenen Betriebe und Geschäfte haben sich größtenteils gut auf die neue Situation eingestellt und bieten trotz Schließung Möglichkeiten für ihre Kunden an, da zu sein, etwa über Click & Collect, kostenlose Lieferdienste, Beratung per Telefon und Videokonferenz und das auch über die regulären Öffnungszeiten hinaus. Die Kunden können das lokale Gewerbe unterstützen, indem sie Einkäufe gerade in dieser Krisenzeit und auch in Zukunft bewusst vor Ort tätigen.

Sie sind nun 100 Tage als Stadtteilmanagerin unterwegs. Was hat Sie bislang am meisten positiv überrascht?

Ulbrich: Ich war und bin positiv überrascht vom ehrenamtlichen Engagement der Hiltruper Bürgerinnen und Bürger und wie viel in Hiltrup durch Freiwillige realisiert wird, sei es beispielsweise im sozialen oder kulturellen Bereich. Auch Aufwertungen des Ortsbilds, wie zum Beispiel die Blumenampeln auf der Marktallee, Infotafeln an den Ortseingängen, die Weihnachtsbeleuchtung, offene Bücherschränke und mehr gäbe es nicht ohne den unermüdlichen Einsatz von Ehrenamtlichen.

Wo hätten Sie gedacht, das müsste aber besser laufen?

Ulbrich: Eine meine ersten Aufgaben war es, mich beim Einzelhandel auf der Marktallee vorzustellen und für die geplanten verlängerten Öffnungszeiten an den Adventssamstagen und einem angedachten Adventssonntag zu werben. Im Endeffekt ist durch den Lockdown alles anders gekommen, aber dies ist dennoch ein Thema, das für die nächsten Adventszeiten wesentlich früher und besser geplant sein will.

Auf große Resonanz ist das Stadtteilquiz gestoßen. Gibt’s eine Wiederholung?

Ulbrich: Mit so einer großen Resonanz und dem durchweg positiven Feedback hatte ich nicht gerechnet. Natürlich hat das Quiz aufgrund fehlender anderer Möglichkeiten der Freizeitgestaltung vor und nach dem Jahreswechsel den Nerv der Zeit getroffen und für ein wenig Abwechslung im tristen Lockdown-Alltag gesorgt. Dennoch halte ich eine Wiederholung in Zukunft auch zu Nicht-Corona-Zeiten für eine gute Idee, da Hiltrup schließlich noch viel mehr zu bieten hat.

Neulich gab es eine Hilfsaktion für Senioren, die einen Impftermin organisieren wollen. Bedarf es der Hilfe einer Stadtteilmanagerin, um die mittlerweile stark angestiegene Zahl hauptamtlicher Kräfte zu einer gemeinsamen Aktion zusammenzuführen?

Ulbrich: Die Hilfsaktion umfasst nicht nur die Organisation der Impftermine sondern auch die Begleitung zum Impftermin für Senioren, die Unterstützung benötigen. Bei mehr als 2300 über 80-jährigen Bürgerinnen und Bürgern in Hiltrup und Amelsbüren war im Vorfeld nicht absehbar, wie groß der Bedarf ist und in welchem Umfang Unterstützung zu leisten ist. Die einzelnen Institutionen und Einrichtungen haben alle überlegt, wie und in welcher Form sie die Senioren unterstützen können, waren jedoch zögerlich, ob sie es alleine stemmen können. Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ haben wir ein Konzept erarbeitet bei dem der Aufwand und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt sind. Genau dort sehe ich auch meine Aufgabe: zusammenführen und vernetzen.

Wann planen Sie ihre erste Sprechstunde für die Bürger?

Ulbrich: Im November habe ich fast zeitgleich mit den neuerlichen, Corona-bedingten Einschränkungen meine Stelle angetreten. Sobald die Pandemielage es zulässt und der Betrieb im Kulturbahnhof wieder aufgenommen wird, plane ich, dort einen festen Tag pro Woche zu arbeiten und auch für Gespräche mit Bürgern präsent zu sein.

Wie können interessierte Bürger bis dahin mit Ihnen in Kontakt treten?

Ulbrich: Es hat sich gezeigt, dass dies gut über den Wirtschaftsverbund funktioniert, bei dem ich formell angestellt bin.

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