Kirchengemeinde betont den offenen Charakter der Gespräche mit der Stadt Münster
Abriss der St.-Marien-Kirche keinesfalls ausgemacht

Münster-Hiltrup -

In der Diskussion um ein neues Stadtteilzentrum in Hiltrup-Ost war zuletzt von einem möglichen Abriss der St.-Marien-Kirche die Rede. Pfarrer Mike Netzler betont: Der Abriss der Kirche sei nur eine von vielen Optionen. Noch sei nichts beschlossen.

Mittwoch, 24.02.2021, 19:01 Uhr aktualisiert: 24.02.2021, 19:10 Uhr
1956 wurde die katholische Kirche St. Marien eingeweiht. Das Westfenster wurde von Paul Reding gestaltet. In der Diskussion um ein neues Stadtteilzentrum in Hiltrup-Ost betont Pfarrer Mike Netzler: „Die Kirchengemeinde wird Hiltrup-Ost nicht verlassen.“ Der Abriss der Kirche sei nur eine von vielen Optionen.
1956 wurde die katholische Kirche St. Marien eingeweiht. Das Westfenster wurde von Paul Reding gestaltet. In der Diskussion um ein neues Stadtteilzentrum in Hiltrup-Ost betont Pfarrer Mike Netzler: „Die Kirchengemeinde wird Hiltrup-Ost nicht verlassen.“ Der Abriss der Kirche sei nur eine von vielen Optionen. Foto: mlü

Das Stadtviertel Hiltrup-Ost steht vor einer Zeitenwende. Das geplante Baugebiet mit knapp 1000 Wohneinheiten nördlich des Osttores könnte bereits in vier Jahren die Planung von mehreren neuen Kita-Standorten, einer weiteren Grundschule sowie eine Neuordnung des Verkehrs notwendig machen. Rund um die St.-Marien-Kirche wäre ein Stadtteilzentrum denkbar – und genau deswegen steht bei Pfarrer Mike Netzler seit Tagen das Telefon nicht still.

In einem mündlichen Bericht vor der Bezirksvertretung sprach eine Stadtplanerin am vergangenen Donnerstag davon, dass „die Größe des künftigen Zentrums stark von den Verhandlungen mit der Kirchengemeinde“ abhinge. Sie brachte in der öffentlichen Sitzung sogar einen Abriss der St.-Marien-Kirche ins Spiel.

Kirchbau vor 66 Jahren

Das weckt natürlich Emotionen. Der Bau der St.-Marien-Kirche war vor 66 Jahren ein Gemeinschaftsprojekt. Damit entfiel für die Gläubigen der lange Weg über den Kanal und die Bahngleise zur St.-Clemens-Kirche.

Pfarrer Mike Netzler sah sich zu einer Reaktion gezwungen. Er wählte die Form eines Pamphlets auf der Internetseite der Kirchengemeinde. Darin kritisiert er das Stadtplanungsamt und die entsprechende Berichterstattung unserer Zeitung scharf. Bei ihm und den Gläubigen sei der Eindruck entstanden, „ein Abbruch der Kirche stehe unmittelbar bevor“. Das wurde allerdings nie behauptet, auch nicht von der Stadtplanung.

Die St.-Marien-Kirche in Hiltrup-Ost. Sowohl die Kirche als auch das Pfarrheim sind sanierungsbedürftig.

Die St.-Marien-Kirche in Hiltrup-Ost. Sowohl die Kirche als auch das Pfarrheim sind sanierungsbedürftig. Foto: mlü

Gleichwohl bestätigt er in demselben Schreiben die Aussagen der Berichterstattung: Der Abriss der Kirche ist eine Option, die im Raum steht. „Sowohl die Kirche als auch das Pfarrheim sind stark sanierungsbedürftig. Wir werden sehr intensiv zu klären haben, wie wir das, was wir räumlich in St. Marien vorhalten möchten, im Bestand oder in neuen Gebäuden darstellen können.“ Es gebe allerdings keine Verhandlungen, sondern lediglich Gespräche mit der Stadt Münster – Ausgang offen.

„Noch nichts beschlossen“

Auf Nachfrage sind dem Hiltruper Pfarrer folgende Punkte wichtig:

„Die Kirchengemeinde wird Hiltrup-Ost nicht verlassen.“ Denkbar scheint vor dem Hintergrund dieser Aussage auch eine Lösung wie in Amelsbüren: Dort ist nach dem Abriss des evangelischen Kirchturms ein Gebetsraum verblieben.

Netzler betont: „Wenn es etwas zu entscheiden gibt, stellen wir das der Gemeinde vor. Über die Köpfe der Menschen ist noch nichts beschlossen und wird auch nichts beschlossen.“

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