Jonas Kleckers untersucht in seiner Masterarbeit das Klärwerk in Hiltrup
Ausbau auf wenig Platz

Münster-Hiltrup -

Mehr als 312 000 Menschen leben mittlerweile in Münster. Das bedeutet unter anderem: mehr Arbeit für die Kläranlagen. Eine Erweiterung erscheint unausweichlich. Wie das in Hiltrup auf begrenztem Platz aussehen könnte, hat ein Student der Fachhochschule Münster untersucht.

Donnerstag, 25.02.2021, 20:41 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 20:50 Uhr
Der Platz auf dem Gelände des Klärwerks Hiltrup ist begrenzt. Wie kann dort trotzdem eine zusätzliche Reinigungsstufe realisiert werden? Ein FH-Student hat eine Lösung gefunden.
Der Platz auf dem Gelände des Klärwerks Hiltrup ist begrenzt. Wie kann dort trotzdem eine zusätzliche Reinigungsstufe realisiert werden? Ein FH-Student hat eine Lösung gefunden. Foto: Norbert Piontekt

Hintergrund sind neue Anforderungen zur Nährstoffelimination und zur Entfernung anthropogener Spurenstoffe. Die Stadt Münster sieht vor, die erforderlichen Planungen im Jahr 2021 weiter voranzutreiben und die politischen Beschlüsse herbeizuführen. Vorab hat Jonas Kleckers das Thema in seiner Masterarbeit am Fachbereich Bauingenieurwesen (BAU) bearbeitet. Seitdem lässt ihn das Thema Kläranlagen nicht mehr los: Inzwischen hat der 30-Jährige sein Promotionsvorhaben an der Hochschule gestartet, heißt es in einer Pressemitteilung der Fachhochschule.

„Die Erweiterung von Kläranlagen in dieser Größenordnung ist bei uns relativ selten“, sagt Kleckers. Denn alle Städte und Gemeinden seien hinreichend ausgestattet, und nur selten bestehe solch ein Handlungsbedarf wie hier in Münster. „Das fand ich spannend.“ Also untersuchte Kleckers zunächst einmal den Standort der Kläranlage Hiltrup und fand heraus: Die Platzverhältnisse sind begrenzt, bereits viele Einwohner sind an die bisherige Anlage angeschlossen. Und das hat Einfluss auf die Abwasserbehandlungsverfahren. „Wichtig ist, ein Verfahren zu finden, das optimal zum begrenzten Platzangebot und zum Energiebedarf passt.“

Vier Technologien analysiert

Der Doktorand analysierte vier verschiedene Technologien – mit einem konkreten Ergebnis. „Bei der von mir vorgeschlagenen Abwasserbehandlung sind Membranen integriert, die in der richtigen Konfiguration auch Krankheitserreger, Spurenstoffe und Mikroplastik zurückhalten. Deshalb ist dieses Verfahren besonders zukunftsfähig.“ Außerdem sei der Flächenbedarf durch diese Technologie gering. „Deshalb kann die Erweiterung mit einer hohen Behandlungskapazität realisiert werden. Und in ferner Zukunft bestünde dann sogar die Möglichkeit, sie noch weiter auszubauen, falls das mal erforderlich sein sollte.“

Nach Abgabe der Masterarbeit, für die er letztes Jahr den Hochschulpreis der FH Münster erhielt, bestätigte ein Ingenieurbüro die Ergebnisse und seine Empfehlung. „Die Masterarbeit war für uns ein erster wichtiger Schritt“, sagt Dr. Ulrich Robecke von der Stadt Münster. „Denn dadurch haben wir mehr Klarheit zur Frage bekommen, ob eine Erweiterung der Kläranlage überhaupt auf die verfügbare Fläche passt.“

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