Der Vorsitzende des Briefmarkensammlervereins und sein neuster Fund
Einmal Kapstadt und zurück

Münster-Amelsbüren/Hiltrup -

Seit mehr als 350 Jahren werden von der Post Stempel zur Anbringung von Beförderungsvermerken genutzt. Poststempel sind damit älter als Briefmarken. Entsprechend interessant sind Poststempel für Briefmarkensammler. Der Vorsitzende des Briefmarkensammlervereins, der Hiltruper Rolf Janssen, hat jetzt den vergleichsweise seltenen Poststempel von Amelsbüren zu Tage gebracht.

Freitag, 26.03.2021, 10:54 Uhr aktualisiert: 26.03.2021, 11:00 Uhr
Der Hiltruper und Amelsbürener Poststempel auf ein und derselben Postkarte: Für Sammler wie Rolf Janssen ein kleiner Schatz.
Der Hiltruper und Amelsbürener Poststempel auf ein und derselben Postkarte: Für Sammler wie Rolf Janssen ein kleiner Schatz. Foto: mlü

Seine Postkarte hat sogar zwei Lokalbezüge: Denn sie wurde von Amelsbüren nach Hiltrup verschickt – in der einen Ecke ist der Eingangsstempel aus der alten Post in Amelsbüren zu sehen, auf der anderen Ecke der Eingangsstempel des Hiltruper Postamtes.

Postkarten sahen vor rund 100 Jahren noch ganz anders aus – die gesamte Rückseite war für die Adresse reserviert, auf der Vorderseite blieb unter dem Postkartenmotiv nur noch ganz wenig Platz für einen Gruß. Fünf Pfennig war damals für eine Postkarte von Amelsbüren nach Hiltrup fällig.

Ein neuer Trend in der Philatelie ist es, die Geschichten hinter den Briefen und Postkarten zu erforschen. „Social philately“ wird dieser Zweig genannt. Nur ärgerlich, dass damals Postkarten fast ausschließlich mit dem Bleistift ausgefüllt wurden und die Adresse und der Gruß dann oft von frühen Sammlern oder dem Empfänger wegradiert wurden.

Irrläufer in Kapstadt

Doch Rolf Janssen hat ein schönes Beispiel für einen Brief in seiner Sammlung, der eine Geschichte erzählt: Er wurde 1901 vom königlich-preußischen Amtsgericht in Tecklenburg an eine Dame wohnhaft in Kapstadt verschickt. Ohne genaue Adresse – wie es damals offenbar üblich war. „Normalerweise wusste jeder, wo die Leute wohnen“, so Janssen. In Kapstadt gab es damals nur acht Briefträger. Sie waren jedoch mit ihrem Latein am Ende und haben auf dem Brief unterschrieben, dass sie die Dame nicht kennen. Der Brief ging zurück.

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