Kinderhaus
Verein steckt 85 000 Euro in Markus-Kapelle

Freitag, 12.09.2008, 11:09 Uhr

Münster-Kinderhaus. Mechthild Mennebröcker von der städtischen Denkmalbehörde macht keinen Hehl daraus, dass sie sich sehr darüber freut, dass mit Dr. Günter Groß und Dietrich Werdes , Norbert Enste oder Werner Riemann sowie weiteren knapp 50 Mitgliedern des Vereins „Schlaraffia Mimegarda “ Eigentümer in die Markus-Kapelle eingezogen sind, die ganz sicher nicht vergessen werden, dass ihr neues Domizil einmal ein Gotteshaus war.

85 000 Euro, verrät Schatzmeister Werner Riemann, habe der Verein, der auch den „Förderverein Markus-Kapelle Münster “ gegründet hat, in die Renovierung des ehemaligen Gotteshauses investiert, den Betrag für den Kauf nicht eingerechnet. Den wollen Riemann, Werdes, Enste und Groß nicht verraten.

Wer die (ehemalige) Kapelle betritt, spürt sofort, dass diejenigen, denen sie jetzt gehört, behutsam mit ihr umgehen. Ein Kunst- und Kulturverein ist „Schlaraffia Mimegarda“. Er besteht seit 1920 in Münster. Die Ursprünge der Organisation weltweit liegen in Prag. Künstler gründeten dort 1859 die erste Gruppe.

2500 Arbeitsstunden, sagt Dietrich Werdes, hätten die Vereinsmitglieder in den vergangenen vier Monaten ehrenamtlich in die Renovierung der Kapelle am Borkumweg gesteckt. Mechthild Mennebröcker zeigt auf die farbigen Kirchenfenster an beiden Seiten des ehemaligen Kirchenraumes, die eine Doppelverglasung erhalten haben. Der Altarraum ist nach wie vor deutlich zu erkennen, ein roter Teppich führt dorthin. Tische und Stühle stehen dezent dort, wo irgendwann einmal Bänke ihren Platz gehabt haben. Die Orgelbühne ist geblieben. Das Kircheninstrument dort oben wollen die Mitglieder nutzen.

Was wäre geschehen, wenn etwa eine Gaststätte in die Markus-Kapelle eingezogen wäre? Undenkbar?

Sicher ist: Da die Umnutzung von Kirchen und sakralen Räumen ein aktuelles und hochsensibeles Thema ist, hat Mechthild Mennebröcker Dr. Günter Groß und seine Mitstreiter überzeugt, am Tag des offenen Denkmals am Sonntag (14. September) die Tür der Markus-Kapelle für eine breite Öffentlichkeit zu öffnen. Um 11 und um 14 Uhr ist jedermann zu einer geführten Besichtigung eingeladen.

Die Markus-Kapelle steht seit 1997 unter Denkmalschutz. Unter anderem deshalb, weil der Architekt Gustav Wolf (verantwortlich auch für den „Grünen Grund“) sie in den 50er Jahren gebaut hat. Seit zehn Jahren wird die Kapelle von der Markuskirchengemeinde nicht mehr gebraucht.

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